Neue Studie: Hunde besitzen besondere Gabe

Forschungen zum Körperbewusstsein beim Menschen gibt es viele. Jetzt haben ungarische Forscher versucht, der Frage des Körperbewusstseins bei verschiedenen Hunderassen nachzugehen, mit einem erstaunlichen Ergebnis.

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Studien zum Körperbewusstsein haben sich bislang in erster Linie auf den Menschen konzentriert. Ganz vereinfacht kann man sagen, dass Körperbewusstsein die Gabe bedeutet, sich von anderen Objekten um sich herum zu unterscheiden und sich mit diesen in einen Zusammenhang setzen zu können. Diese grundsätzliche Fähigkeit des Menschen bildet sozusagen die Grundlage für unser Ich-Bewusstsein.

Auf welche Weise kann man das Körperbewusstsein von Tieren untersuchen?

Beim Menschen entwickeln Kinder mit dem zweiten Lebensjahr die Fähigkeiten zum Körperbewusstsein. Sie entdecken, dass ihr Körper mit der Umwelt in einem Kontext steht. Will man diese Fähigkeit bei Kindern testen, fordert man sie auf, eine Decke auszuhändigen, auf der sie gerade sitzen.

Diesen klassischen Versuch haben Forscher von der ungarischen Eötvös-Loránd-Universität Budapest an Hunde angepasst und dann insgesamt 32 Vierbeiner verschiedener Rassen auf ihr Körperbewusstsein getestet. Bei diesem Versuch wird jeder Hund nacheinander verschiedenen Situationen ausgesetzt, die sich aber alle darum drehen, seinem Herrchen oder Frauchen einen Ball zu bringen.

Geht der Hund vom Teppich herunter?

Zuerst ist dabei der Ball an demselben Teppich angebracht, auf dem der Hund selbst steht. Es wird dann beobachtet, ob und wie schnell der Hund von dem Teppich heruntergeht, um dann den Ball samt Teppich seiner Bezugsperson zu bringen.

In den beiden darauffolgenden Versuchen steht der Hund anfangs zwar wieder auf dem Teppich, einmal ist der Ball dann überhaupt nicht verankert, später dann nicht am Teppich, sondern am Boden. Hier ist jeweils das Verhalten der Hunde genauestens beobachtet und dokumentiert worden.

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Hunde verstanden haben, dass sie sich bewegen müssen, um den Ball ihrer Bezugsperson bringen zu können. Sie sind sich also ihres eigenen Körpers bewusst, wie auch der Konsequenzen ihres Handelns.

Beim Spiegeltest durchgefallen

Ein anderer klassischer Test zum Körperbewusstsein ist der sogenannte Spiegeltest. Hierbei geht es darum, zu beobachten, inwiefern ein Lebewesen in einem Spiegel sein reflektiertes Abbild erkennt. Ist dies der Fall, folgert die Wissenschaft gemeinhin, dass das entsprechende Lebewesen ein Bewusstsein für das eigene Ich besitzt.

In der Tierwelt haben verschiedene Primaten, Elefanten, Delfine und Krähen diesen Test bestanden, Hunde allerdings nicht. Péter Pongrácz, Biologe an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest, sagt hierzu in der aus der Studie hervorgegangenen Publikation Folgendes:

Zwar haben Hunde den Spiegeltest nicht bestanden, jetzt haben wir aber Beweise dafür, dass sie den "Körper als Hindernis"-Test bestehen können.

Tests zum Körperbewusstsein zu sehr von menschlicher Wahrnehmung bestimmt

Die Konzentration auf den Sehsinn bei allen diesen Tests ist natürlich der menschlichen Wahrnehmung geschuldet und greift damit nur einen kleinen Teil der tierischen Wahrnehmung, eben auch Selbstwahrnehmung, heraus.

Denn viele Tiere nutzen nicht ihre Augen als primären Sinn, sondern ihre Ohren oder ihre Nase, so auch die Hunde. Reagieren letztere zwar nicht auf ihr eigenes Spiegelbild, erkennen sie aber den Geruch ihres eigenen Urins. Verschiedene Wissenschaftler möchten daraus schließen, dass auch Hunde sehr wohl ein Ich-Bewusstsein besitzen.

Die Forschungen zum Körperbewusstsein von Tieren stehen erst am Anfang. Deshalb werden wir sicher bald neue überraschende Einblicke in das Bewusstsein einer Reihe von Tieren, darunter auch unsere liebsten Haustiere, gewinnen können.