Diese zufällig entdeckte Zelle könnte die meisten Krebsarten heilen
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Diese zufällig entdeckte Zelle könnte die meisten Krebsarten heilen

Dank einer bestimmten Entdeckung könnte eine Universal-Krebsbehandlung entwickelt werden. Die Ergebnisse stellen einen bedeutsamen Hoffnungsschimmer in der Krebsforschung dar.

Diese Entdeckung könnte ein Wendepunkt in der Behandlung von Krebs sein: Britische Forscher stoßen zufällig auf eine neue Art von Immunzelle.

Eine Universalbehandlung gegen Krebs?

Forscher der Universität Cardiff analysieren Blut auf der Suche nach Immunzellen, die bestimmte Bakterien bekämpfen können. Dabei entdecken sie eine neue Art von T-Zellen.

In ihrer Studie, die sie am Montag, den 20. Januar, in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Immunologyveröffentlichen, erklären die Forscher, dass diese neue Immunzelle einen einzigartigen Rezeptor besitzt, der es ihr ermöglicht, Krebszellen zu bekämpfen, ohne gesunde Zellen anzugreifen.

Durch ein Anbringen dieses Rezeptors auf anderen Immunzellen könnten Lungen-, Haut-, Blut-, Dickdarm-, Brust-, Knochen-, Prostata-, Eierstock-, Nieren- und Gebärmutterhalskrebs bekämpft werden.

Professor Andrew Sewell, einer der Autoren der Studie, erklärt im Gespräch mit The Telegraph, dass es "sehr ungewöhnlich" sei, eine solche Zelle zu finden und dass diese Entdeckung den Weg für eine neue Universaltherapie gegen Krebs ebnen könnte.

Das war eine zufällige Entdeckung, niemand wusste, dass es diese Zelle gibt. Unsere Entdeckung eröffnet die Perspektive einer einzigen Krebsbehandlung, mit einer einzigen Art von T-Zellen, die zahlreiche Krebsarten in der Bevölkerung bekämpfen könnten. Bisher dachte niemand, dass dies möglich sein könnte.

Tests am Menschen sind für dieses Jahr geplant

Es gibt bereits die verschiedensten Behandlungsmethoden bei Krebs und auch die Immuntherapie entwickelt sich ständig weiter. Das Problem ist, dass dabei jeweils nur eine beschränkte Anzahl an Krebsarten bekämpft wird. Die neue Methode verspricht eine Universalbehandlung.

Das Prinzip dahinter ist gar nicht mal so kompliziert: Es müsste eine Blutprobe eines an Krebs erkrankten Patienten genommen werden. Davon extrahiert man die T-Zellen und versieht sie mit diesem neuen Rezeptor, der es ermöglicht, Krebszellen ausfindig zu machen und zu bekämpfen.

Die bisherigen Tests werden lediglich an Mäusen oder an Zellkulturen im Labor durchgeführt, doch die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Forscher entdecken, dass die veränderten Zellen mit dem neuen Rezeptor nicht nur die Krebszellen dieses einen Patienten zerstören können, sondern auch die von anderen Patienten.

Diese wunderbare Entdeckung wird wohl noch vor Ende des Jahres auch am Menschen getestet werden. Dabei lernen wir zum einen bestimmt etwas über das menschliche Immunsystem, andererseits könnte der Weg für die Heilung zahlreicher Krebsarten geebnet werden.

Von Simone Haug
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