Sterben im Weltraum – wie könnte das wohl sein? Sofern du nicht der Enkel eines Elon Musk oder ein zukünftiger Thomas Pesquet bist, ist es natürlich unwahrscheinlich, dass dir das passiert. Aber wenn ein Astronaut bei einer Mission außerhalb der ISS umkommt, was würde mit seinem Körper geschehen?
Die Lebensbedingungen im Weltraum
Im Weltraum sind die Lebensbedingungen ganz anders als auf der Erde. Schlafen, Essen oder auch nur die Fortbewegung funktionieren nicht auf die gleiche Weise. Wie viele Astronauten bereits berichtet haben, ist der Körper massiven Veränderungen ausgesetzt. Und wenn schon das menschliche Leben transformiert wird, wie steht es dann um den Tod?
Auf der Erde hört das Blut bei unserem Tod auf zu zirkulieren und sinkt unter dem Einfluss der Schwerkraft ab. So sammelt es sich progressiv in den tiefer liegenden Körperpartien an: Dieses Phänomen nennen wir Totenflecken (Livor mortis). Aber im Weltraum, wo es keine Schwerkraft gibt, würde das Blut gleichmäßig in den Blutgefäßen verteilt bleiben.
Nach den Totenflecken folgt die Totenstarre (Rigor mortis). Wie der Name schon sagt, ist dies der Prozess, bei dem der Leichnam steif wird. Laut dem amerikanischen Anthropologen und Biologen Tim Thompson würde dieser Prozess auch im Weltraum stattfinden. Tatsächlich sind die beiden Proteine der Muskelfasern, die für die Versteifung verantwortlich sind (Aktin und Myosin), weiterhin im Körper vorhanden.
Eine schwebende Mumie im All?
Der wirklich kuriose Teil des Prozesses ist jedoch die Verwesungsphase. Wir Erdbewohner haben das Glück, Bakterien in unserem Verdauungssystem zu haben, die unsere inneren Weichteile fressen und so eine wunderbare Arbeit beim „Recycling“ organischer Materie leisten.
Das Problem ist, dass diese Bakterien Sauerstoff benötigen und der Körper nur eine sehr begrenzte Menge davon enthält. Sobald die Sauerstoffreserven erschöpft sind, würden diese Bakterien nicht überleben und den Körper fast unversehrt zurücklassen. So könnten wir wie eine Art mumifizierter Kosmonaut aussehen, der bis in alle Ewigkeit durch das All schwebt.
In jedem Fall wurde eine Verwesung im Weltraum von der Menschheit noch nie beobachtet, aber laut Tim Thompson ist es sehr wahrscheinlich, dass unser Körper auf unbestimmte Zeit eine menschliche Form behalten würde. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dies so bliebe, sollte er mit einem Himmelsobjekt kollidieren.
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