Boris Becker vor Gericht: "Habe leider nie selbst Rechnungen bezahlt"

Der Prozess gegen Boris Becker geht in die nächste Runde. Erstmals wird er selbst in den Zeugenstand gerufen und macht ein überraschendes Geständnis.

Seit einer Woche läuft nun schon der Prozess gegen Boris Becker. Wegen mangelnder Kooperation in seinem Insolvenzverfahren muss der ehemalige Tennisprofi ohne Promi-Bonus vor Gericht Rede und Antwort stehen.

Nachdem es in den ersten Prozesstagen hauptsächlich um die 24 Anklagepunkte ging, die gegen ihn vorliegen, kommt der 54-Jährige nun selbst zu Wort.

Boris Becker im Zeugenstand

Im hellblauen Anzug tritt Boris Becker am fünften Verhandlungstag vor die Geschworenen und Richterin Deborah Taylor. Wegen seiner Verletzung darf er während der Befragung sitzen bleiben.

Auf die Fragen seines Verteidigers erklärt der Tennis-Profi, er habe sich nie selbst um finanzielle Angelegenheiten gekümmert. Seine Aufgabe sei es gewesen, zu trainieren und Turniere zu gewinnen.

Daher hatte er weder die Zeit noch die Geduld, Rechnungen zu bezahlen oder Verträge zu lesen, wie er vor Gericht gesteht. Aus diesem Grund habe er sich von Anfang an auf seine Berater verlassen:

Ich vertraute dem Urteil meines Anwalts. Ich schaute nur auf die Summe und wie viel Geld dort erwähnt war.

Boris Becker: Keine Ahnung von seinen Finanzen

Er habe nicht einmal gewusst, wie viele Konten er hat, so Becker in der Befragung. Und von den Konten habe er auch nie Kontoauszüge oder Rechnungen gesehen:

Mein Agent übernahm das. Bargeld wurde mir gegeben. Alles wurde von meinem Büro organisiert.

Durch seine Scheidungen und Kredite, die er nach Ende seiner Karriere aufgenommen habe, sei er immer tiefer in die Schuldenspirale geraten, sodass er irgendwann sogar seinen Ehering verkaufen wollte.

Der Prozess vor dem Londoner Gericht ist für vier Wochen angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen Boris Becker 7 Jahre Haft. Er weist die Anklagepunkte jedoch vehement zurück.

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