Claudia Pechstein vor Gericht: Olympiasiegerin klagt um Millionen

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein klagt vor dem Oberlandesgericht München gegen den Eislauf-Weltverband ISU.

Claudia Pechstein, Doping, Gericht
© Miguel VillagranGetty Images
Claudia Pechstein, Doping, Gericht

Bei dem Prozess geht es um Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von acht Millionen Euro. Olympiasiegerin Claudia Pechstein klagt dieses Jahr am 24. Oktober gegen den Eislauf-Weltverband ISU, denn es gehe um Gerechtigkeit für sie und das seit Jahren.

Prozess für Gerechtigkeit

Auf Facebook schrieb Pechstein über den Prozess: "Jetzt wird abgerechnet". Laut der Bild gehe es genauer gesagt um den Vorfall von Juni 2009, als Pechstein vom Weltverband ISU "wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden sei".

Damals habe die Olympiasiegerin jegliches Doping bestritten. Doch später hat sich nach Untersuchungen herausgestellt, dass "eine vom Vater vererbte Blutanomalie" die hohen Werte erklärt. Aus diesem Grund klagt Pechstein seit Jahren gegen den Weltverband.

Falsche Beschuldigungen

15 Jahre liegt das Ereignis nun zurück. Die Eisschnellläuferin hofft auf ein Urteil "im Namen des Volkes", um ihre Unschuld zu beweisen. Denn ein positives Urteil gebe ihr endlich zurück, was ihr in den Jahren als Sportlerin genommen wurde, das schrieb sie bei Facebook. Weiter heißt es dort:

Der Entzug meiner sportlichen Grundlagen, die Zerstörung meiner persönlichen Existenz, Verleumdung, Lügen und so vieles mehr. Man hat mich um das gebracht, was für mich als Leistungssportlerin immer das Allerwichtigste war: Um die Chance an Wettbewerben, wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilzunehmen und Titel zu gewinnen.

Chance an Wettbewerben verdorben

Laut der Bild seien Pechstein aufgrund der Sperre "Millionen an potenziellen Sponsoreneinnahmen und Prämien". Die Olympiasiegerin habe damit über die Jahre schwer zu kämpfen gehabt, sie schreibt: "Niemand kann das wiedergutmachen, was man mir seelisch und körperlich zugefügt hat. Ich habe NIE gedopt und wurde trotzdem an den Pranger gestellt".

Pechstein hat nicht aufgegeben, zu kämpfen und gegen den Verband vorzugehen: "Ich habe immer versprochen, nie aufzugeben und bis zum entscheidenden Tag zu kämpfen. Dieser ist nun gekommen". Laut der Sportschau habe das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe "mit Beschluss vom 3. Juni 2022 ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) von 2016 aufgehoben und damit den Weg für die Fortsetzung des Prozesses gegen die ISU um eine Entschädigung in Millionenhöhe frei gemacht".

"Nie gedopt"

Der Ausgang des Urteils sei jedoch noch offen. Bisher habe jedoch bereits der Sportsgerichtshof Cas die damalige Strafe für Pechstein bestätigt. Ohne Erfolg klagte sie damals "vor den Schweizer Bundesgerichten" und "den deutschen Zivilgerichten".

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Verwendete Quellen:

Bild: 'Pechstein verklagt Verband auf 8 Millionen!'

Sportschau: 'Pechsteins Millionenklage gegen Eislauf-Weltverband vor Gericht'

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