Sind Bio-Müllbeutel tatsächlich biologisch abbaubar?

Sind Bio-Müllbeutel tatsächlich biologisch abbaubar?

Ein Team britischer Wissenschaftler testet die biologische Abbaubarkeit von Plastiktüten, die heute in den meisten Supermärkten zu finden sind. Es scheint, dass biologisch abbaubare Plastiktüten nicht wirklich so gut für die Umwelt sind wie sie vorgeben.

Seit einigen Jahren gibt es in vielen Supermärkten biologisch abbaubare Plastiktüten. Sie werden als „grüne“ Alternative zu herkömmlichen Plastiktüten verkauft und sind für viele eine interessante Option.

Aber sind diese biologisch abbaubaren Plastiktüten wirklich zersetzbar? Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie lautet die Antwort: leider nein. Drei Jahre lang testen Forscher der University of Plymouth, England, diese angeblich biologisch abbaubaren Tragetaschen. Sie veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Environmental Science & Technology

Fast intakt

In der Studie geben die Forscher den Tüten drei Jahre lang Zeit, sich zu zersetzen: einige im Wasser, andere im Boden oder im Freien. Das Ziel ist die Messung des natürlichen Abbaus dieser Plastiktüten. Sie testen fünf verschiedene Arten von Beuteln: einen biologisch abbaubaren, einen kompostierbaren, einen Klassiker mit hoher Polyethylenkonzentration und zwei oxo-abbaubare Kunststofftüten.  

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Am Ende dieser drei Jahre stellen die Wissenschaftler fest, dass die meisten dieser Taschen intakt und immer noch stark genug waren, um Gegenstände zu tragen. Nur die kompostierbaren Säcke wurden in relativ gutem Zustand ausgegraben, konnten aber kein Gewicht mehr aufnehmen. Im Meer sind sie nach 27 Monaten vollständig verschwunden. Dies ist eine ermutigende Hoffnung, aber die Forscher weisen darauf hin, dass es noch zu beweisen gilt, dass der Abbau von Materialien für die Umwelt tatsächlich sicher ist

Die Einmalverwendung beschränken 

„Wenn Sie etwas mit der Bezeichnung biologisch abbaubar sehen, erwarten Sie automatisch, dass es sich schneller zersetzt als herkömmliche Beutel. Aber nach drei Jahren zeigt unsere Forschung, dass dies nicht der Fall ist“, betont Dr. Imogen Napper, Hauptautor der Studie.

Trotz ihrer Versprechungen sind diese Taschen daher keine glaubwürdige Alternative zu herkömmlichen Plastiktüten. „Ob kompostierbar oder nicht, das Wegwerfen eines Produkts in die Umwelt gilt immer als Verschmutzung“, betonen die Forscher. Darüber hinaus weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass die Hälfte dieser Beutel, ob als „grün“ verkauft oder nicht, fast immer nach einem einmaligen Gebrauch entsorgt wird. Infolgedessen stellen sie immer noch erhebliche Abfallmengen dar. 

Maximilian Vogel
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