Corona-Recycling: Wie alte Masken und Schutzhandschuhe Beton stabiler machen

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden tonnenweise Masken und andere Schutzausrüstungen produziert. Nun stellt sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Plastik? Eine Studie aus den USA scheint eine Lösung gefunden zu haben.

Noch ist die Corona-Pandemie nicht vorbei, aber schon jetzt hat der Kampf gegen das Virus unvorstellbare Mengen an Abfall produziert. Laut einer Studie der Princeton University, die in der Fachzeitschrift Frontiers of Environmental Science and Engineering wurden allein im Jahr 2021 weltweit rund 130 Milliarden Gesichtsmasken verwendet. Hinzu kommen Schutzanzüge, Gummihandschuhe und nicht zuletzt unzählige Covid-19-Tests.

Was machen wir bloß mit dem ganzen Plastikmüll?

Forscher:innen am Royal Melbourne Institute of Technology in Australien haben möglicherweise eine Lösung für das Problem gefunden. Für sie war von Anfang an klar, dass die Welt spätestens nach der Corona-Pandemie mit dem riesigen Müllberg fertig werden muss. Deshalb begannen sie im Jahr 2020 mit der Erforschung des Recyclings von Schutzausrüstungen und Masken.

Die Hauptautorin der Studie (die auf Pub Med veröffentlicht wurde), Shannon Kilmartin-Lynch, sagt:

Wir brauchen dringend intelligente Lösungen für den immer größer werdenden Covid-19-Müllhaufen. Eine Herausforderung, die auch nach dem Ende der Pandemie bestehen bleiben wird. Unsere Forschung hat ergeben, dass geschredderte Schutzausrüstung die Festigkeit und Haltbarkeit von Beton verbessern kann.

Wie funktioniert das Corona-Recycling?

Ein Ansatz erwies sich als besonders vielversprechend: Recycelte und geschredderte Schutzausrüstung wurde mit Beton vermischt. Was auf den ersten Blick absurd erscheint, ist wissenschaftlich einleuchtend.

Masken, Kittel und andere Ausrüstungsgegenstände werden größtenteils aus Polyethylen und Polypropylen hergestellt. Beide Kunststoffe zeichnen sich durch ihre vielseitigen Eigenschaften aus. Sie sind leicht, langlebig und sehr widerstandsfähig gegen Hitze, Kälte und Druck.

Genau diese Eigenschaften werden auch für Beton benötigt. Das Forscherteam begann daher, die Einwegprodukte zu zerkleinern und mit Zement zu mischen. In mehreren Durchgängen testeten sie unterschiedliche Dosierungen von Kunststoffabfällen im Beton.

Kunststoff macht Beton stabiler

Laut den Testergebnissen stieg die Druckfestigkeit des Betons um 15 Prozent, die Elastizität um 12 Prozent und die Biegefestigkeit um satte 21 Prozent. Darüber hinaus stellten die Forschenden fest, dass das Beton-Kunststoff-Gemisch eine hohe Resistenz gegen Risse und Hohlräume aufweist.

Die Gesamtqualität des Betons nahm um zwei Prozent zu. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Schutzmäntel die Verbindung zwischen Zement und Zuschlagstoffen unterstützen und so die Bildung von Mikrorissen einschränken. Ähnliche Ergebnisse konnte das Team bei einem Test mit Plastikhandschuhen erzielen.

Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass die Qualität des Betons wieder abnimmt, wenn zu viel Kunststoff hinzugefügt wird. Die richtige Menge an geschredderter Schutzausrüstung ist daher entscheidend für die Qualität des Betons.

Auch interessant:

Experten warnen vor "tickender Plastikbombe": Pro Minute werden 3 Millionen Gesichtsmasken weggeworfen

Beton aus dem antiken Rom: Widerstandsfähiger als moderner Beton?

Umweltverschmutzung: Es regnet Plastik in den Alpen!

Corona: Grippeimpfung soll auch vor Coronavirus schützen! Corona: Grippeimpfung soll auch vor Coronavirus schützen!