Urlaub in den Bergen oder am Strand: Was tut der Gesundheit wirklich gut?

Spätestens in den nächsten Tagen steht bei vielen die Urlaubsplanung für den Sommer an und damit auch die ewige Frage: Soll es lieber gemütlich an den Strand gehen oder eher in die Berge? Bei der Entscheidung sollte es nicht nur auf die eigenen Vorlieben ankommen, sondern auch darauf, welche Auswirkungen euer Urlaubsort auf die Gesundheit hat.

Wer während des Urlaubs für eine Weile die geliebten vier Wände hinter sich lässt und sich dafür in fremde Gefilde begibt, sollte nicht vergessen, dass der Urlaub am Meer oder in den Bergen zwar recht erholsam sein kann, euren Körper aber auch auf unterschiedliche Art und Weise belasten kann.

Urlaub in den Bergen steigert die Abwehrkräfte

Das Wandern in luftigen Höhen bringt auf jeden Fall viele Vorteile mit sich: Die Schadstoffkonzentration ist in den Bergen viel niedriger, insbesondere Menschen mit Atemwegserkrankungen profitieren davon.

Des Weiteren passt sich der Körper laut Bunte recht schnell "an das verminderte Sauerstoffangebot an und reagiert mit vermehrter Sauerstoffaufnahme, einer verbesserten Durchblutung der Lunge und gesteigerten Abwehrkräften".

Der Internist Egon Humpeler erklärt den Vorgang, der in der Medizin als Erythropoese bekannt ist, in einem Interview mit der Welt folgendermaßen:

Die Luft ist dort sauerstoffärmer, deshalb muss der Körper mehr arbeiten. Das ist wie bei einem Motor, der hochtourig mehr verbraucht. Dadurch steigt die Zahl der roten Blutkörperchen deutlich an, während jedoch die Gesamtzahl aller Blutkörperchen nicht ansteigt, was für die Fließeigenschaften des Blutes äußerst günstig ist.

In einem Interview mit dem Stern behauptet der Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, dass der Effekt auch noch lange nach dem Urlaub anhält: Ganze 120 Tage soll der Körper danach noch von diesem "leistungssteigernden Aspekt" profitieren.

Außerdem könne ein Aufenthalt in den Bergen dem Auftreten bestimmter Krankheiten, wie z. B. Diabetes, Rückenschmerzen oder Osteoporose, entgegenwirken, da ein Aktivurlaub in den Bergen das Immunsystem stärkt.

Allein die Techniker Krankenkasse warnt Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (also z. B. Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck) vor einem Aufenthalt in den Bergen, da dieser für den Körper zu belastend sei.

Das Meer: Reizklima mit Entspannungsfaktor

Das Meer bietet mit seinem sanften Wellengang und zahlreichen Sonnenstunden nicht nur die idealen Voraussetzungen, sich komplett fallen zu lassen und richtig entspannen zu können; auch das vorhandene Reizklima hat seine ganz eigenen Vorteile für unseren Körper. Spektrum definiert den Begriff Reizklima wie folgt:

Klima, das durch Reizfaktoren eine Erregung im menschlichen Organismus (u.a. im vegetativen Nervensystem) auslöst. Reizfaktoren sind: niedriger Sauerstoffpartialdruck, niedriger Wasserdampfgehalt, erhöhte Flussdichte der Sonnen- und UV-Strahlung, niedrigere Luft- und Strahlungstemperaturen und hohe Windgeschwindigkeit.

Ähnlich wie in den Bergen muss sich der Körper erst an das Reizklima gewöhnen, aber auch hier passt sich dieser an und wird, so Bunte, dadurch widerstandsfähiger.

Wer sich für einen Urlaub an der Nord- oder Ostsee entscheidet und somit selbst in den Sommermonaten niedrigere Temperaturen in Kauf nimmt als auf Kreta oder Korsika, tut seinem Immunsystem damit noch einen Gefallen: Die Durchblutung wird bei kälteren Wassertemperaturen angekurbelt, auch soll es laut BR die "seelische Widerstandskraft steigern".

Außerdem tut die frische Meeresluft Allergiker:innen gut. Laut The Weather Channel "hält der Seewind die Pollen vom Festland fern und die hohe Luftfeuchtigkeit und der Salzgehalt der Luft wirken beruhigend auf die Atemwege".

Auch Menschen mit Neurodermitis kann die salzige Meeresluft guttun. Laut SDK hat das Salz eine entzündungshemmende Wirkung und kann wie ein Peeling wirken.

Vorsicht bei Bluthochdruck

Einzig Menschen mit Bluthochdruck müssen beim Urlaub am Strand ein wenig Vorsicht walten lassen. Die Barma dazu:

Bei hohen Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße, und der Blutdruck sinkt. Bei längeren Aufenthalten in wärmerem Klima kann daher es sinnvoll sein, die Dosis der blutdrucksenkenden Medikamente zu verringern, um Schwindel, Schwäche oder Kreislaufzusammenbruch zu vermeiden.

Wer keine gesundheitlichen Probleme hat, sollte dann aber einfach nach den eigenen Präferenzen gehen. Schließlich soll der Urlaub vor allem eins sein: erholsam.

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