Beeindruckend: Hobby-Taucher in wagemutiger Rettungsaktion
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Beeindruckend: Hobby-Taucher in wagemutiger Rettungsaktion

Von Lisa Fehrs

Eine Familie geht vor Hawaii tauchen. Doch plötzlich stoßen sie auf einen jungen Walhai und machen eine erschreckende Entdeckung.

Dies ist eine traurige Geschichte. Aber ausnahmsweise mal eine mit Happy End. Eine Familie, die vor der Küste der Insel Lanai in Hawaii tauchen geht, bemerkt einen jungen Walhai, der fast 6 Meter lang ist und ganz nah an ihnen vorbei schwimmt. Sie sind überrascht darüber, dass ein solches Tier so nah herankommt - aber sehen schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist: Dieses Exemplar hat sich in einem dicken Seil verfangen, das wahrscheinlich von einem Fischernetz stammt.

Befreiungsaktion unter Wasser

Die Tierschützer Joby Rohrer und seine Frau Kapua Kawelo, die beide an einem Programm der O'ahu Army Natural Resources Programs zum Schutz bedrohter Tierarten teilnehmen, beschreiben ein mit Krustentieren und Muscheln bedecktes Seil. Daraus schließen sie, dass es den Hai schon mehrere Monate lang strangulierte. So erzählt Joby der National Geographic:

Es sah überhaupt nicht gut für ihn aus. Er hatte drei Narben an den Stellen, wo das Seil in seinen Rücken eingewachsen war. Und durch das Seil war eine etwa zehn Zentimeter lange Kerbe in seiner Seitenflosse entstanden.
Eine Taucherin macht eine seltene Nahaufnahme von einem Walhai Ken Kiefer 2@Getty Images

Mit der Hilfe ihres Sohnes und eines befreundeten Wildtierexperten befreien sie den jungen Walhai - und zwar nur mithilfe von Schnorcheln und einem kleinen Messer. Sie tauchen jeweils für ein bis zwei Minuten auf 15 Meter Tiefe herunter, wie das Video oben zeigt. Die kleine Gruppe braucht eine halbe Stunde, um das 75 Kilo schwere und über 10 Zentimeter dicke Seil zu durchtrennen und den riesigen Fisch so aus seiner Notlage zu befreien.

„Es sah so aus, als würde der Hai uns ihm helfen lassen“

Das Werk der Taucher ist beeindruckend. Doch sie selbst sind vor allem vom Verhalten des Hais beeindruckt. Normalerweise sind diese Haie scheu und meiden den Kontakt mit Menschen, aber dieses Exemplar lässt die Menschen nahe an sich heran und das über einen langen Zeitraum hinweg, während Joby Roher und seine Frau das Seil durchtrennen, das ihn beinahe stranguliert. Rohrer sagt dazu:

Es sah so aus, als würde der Hai uns ihm helfen lassen, so als wüsste er, dass wir ihm helfen wollten. Dieser Eindruck wurde von dem National Geographic-Forscher Brad Norman bestätigt. Er ist einer der renommiertesten Spezialisten für Walhaie und beschreibt die Szene als "sehr sehenswert".

Gute Überlebenschance

Brad Norman erläutert weiterhin, dass der Umstand, dass der Hai an Rohrers Seite bleibt, als dieser begonnen hat, das Seil zu durchtrennen, zeige, dass der Fisch sich in dieser Situation sicher gefühlt hat. Das wird dadurch noch deutlicher, dass mehrere Tauchgänge erforderlich waren, um das Seil ganz durchzuschneiden.

Laut Brad Norman hat dieses Exemplar gute Chancen, den Vorfall zu überleben. Wenn man sich die Bilder anschaut, scheint sein Gesundheitszustand insgesamt wirklich relativ gut zu sein. Der Spezialist schätzte im Übrigen, dass dieser Walhai eher jung war, wahrscheinlich etwa zwanzig Jahre alt, was seine Überlebenschancen noch weiter steigert.

Fast 50% aller Walhaie sind in 75 Jahren verschwunden

Auch wenn diese Situation glimpflich ausgegangen ist, weist sie auf die Lage des größten Hais hin, der bis zu 15 m lang werden kann. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich und ernährt sich ausschließlich von Plankton. Seine Population ist in den letzten 75 Jahren erheblich geschrumpft.

Die Bestände dieser Tierart im Indischen Ozean und im Pazifik sind um fast zwei Drittel dezimiert worden. Der Grund dafür sind Zusammenstöße mit Schiffen, die in den Jagdgebieten der Walhaie unterwegs sind, sowie der unabsichtliche Fang in Fischernetzen.

In manchen Ländern wird diese Haiart auch noch zum Verzehr gefangen. 2017 hat sich die Situation etwas verändert. Seitdem steht die Art auf der Roten Liste und darf nun nicht mehr gejagt werden. Auch ihre Lebensumgebung ist mittlerweile geschützt.


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