Kim Jong-un April 2019 (cropped) © Photo by Alexei Nikolsky, The Presidential Press and Information Office on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kim_Jong-un_April_2019_(cropped).jpg
Veröffentlicht am 04/06/2026 um 12:20 von der Redaktion

„Exponentiell“: Kim Jong Un verspricht mehr Atomkraft für Nordkorea

Kim Jong Un kündigt öffentlich an, das nordkoreanische Atomprogramm „exponentiell“ ausbauen zu wollen. Was steckt hinter der neuen Drohkulisse und wie reagieren die Nachbarstaaten?

Einmal mehr steht Nordkorea im Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Bei einer Begehung einer brandneuen Nuklearanlage hat Kim Jong Un die Richtung für sein Land vorgegeben. Der Machthaber selbst verkündete über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, dass die Produktion von nuklearem Material künftig nicht einfach wachsen, sondern regelrecht „exponentiell“ ansteigen soll. Seine Botschaft ist klar: Die Kontrolle über eine möglichst zerstörerische Kraft sieht Kim als unverzichtbar für die Militärstrategie Nordkoreas. Mit der Aussage „Es ist eine unverzichtbare Voraussetzung für das Wirken unserer Armee, über eine derart zerstörerische Kraft zu verfügen“, bringt Kim sein Bedrohungspotenzial unverblümt auf den Punkt.

Atompläne trotz jahrelanger Sanktionen

Bereits seit 2006 steht das Land wegen seines Atomprogramms unter strengen Sanktionen der Vereinten Nationen. Doch Nordkoreas Führung betont immer wieder, die nuklearen Waffen seien einzig als Schutz vor „feindlichen Mächten“ notwendig. Südkorea, Japan und die USA fühlen sich von diesem Kurs zunehmend herausgefordert. Besonders in jüngster Zeit verdichteten sich die Hinweise, dass Kim und seine Generäle ihr Engagement auf dem Sektor der Waffentechnik immer weiter verstärken. Laut eigenen Angaben habe sich die Kapazität zur Herstellung spaltbaren Materials in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt – was außerhalb der offiziellen nordkoreanischen Propaganda allerdings niemand unabhängig überprüfen kann. Die angekündigte Steigerung soll laut Kim noch wesentlich schneller vorangehen als bisher: „exponentiell“.

Neue Tests, neue Spannungen – ein Kreislauf der Provokationen?

Erst Ende Mai 2026 meldete KCNA zahlreiche Tests: Kim Jong Un selbst habe einen neuen Raketenstart und fortschrittliche Marschflugkörper begutachtet. Wie berichtet wird, war dies bereits der achte Test dieser Art in diesem Jahr allein. Im April behauptete Nordkorea sogar, bei Versuchen mit Raketencluster-Munition („Streumunition“) experimentiert zu haben. Laut KCNA hätten die nordkoreanischen Streitkräfte für den Lenkwaffentest jüngst ein „hochpräzises autonomes Navigationssystem“ genutzt – Details dazu bleiben aber geheimnisumwittert. Die internationale Gemeinschaft bleibt alarmiert, Südkorea, Japan und die USA werten die Entwicklungen als direkte Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit. Kim Jong Un lässt wenig Raum für Zweifel: Seine atomare Kraft mache es „für jede feindliche Streitmacht theoretisch unmöglich, zu überleben“.

Wachsende Isolation – und doch neue Partnerschaften?

Die erneuten Expansionspläne bringen Nordkorea mehr denn je ins Abseits der internationalen Gemeinschaft. Die Sanktionen bleiben streng, eine wirkliche Öffnung ist nicht in Sicht. Gleichzeitig gilt Kim in jüngeren Medienberichten als wichtiger strategischer Partner für Staaten wie Russland und China. Das Spannungsfeld zwischen Isolation und strategischer Nähe zu Großmächten bleibt für viele Beobachter schwer durchschaubar. Die Zukunft könnte noch unberechenbarer werden, denn mit jeder neuen Ankündigung aus Pjöngjang verschärft sich auch der Ton der internationalen Debatte. Bleibt Kim beim atomaren Kurs, dürfte das Säbelrasseln auf der Halbinsel wohl kaum abnehmen.

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Verwendete Quelle:

Nordkorea: Kim Jong Un kündigt Ausweitung des Atomprogramms an