Thomas Tuchel England v Ghana 23 June 2026-081 © Photo by Bryan Berlin on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thomas_Tuchel_England_v_Ghana_23_June_2026-081.jpg
Veröffentlicht am 16/07/2026 um 14:30 von der Redaktion

"Keiner will dieses Spiel" – Tuchel und die England-Zukunft nach dem WM-Aus

Nach dem bitteren Ausscheiden gegen Argentinien bei der WM dreht sich alles um Englands Trainer Thomas Tuchel. Steht ein Umbruch bevor – oder bleibt er trotz Enttäuschung im Amt?

Das 1:2 im Halbfinale gegen Argentinien hat den englischen Traum vom ersten WM-Titel seit 1966 jäh beendet. Thomas Tuchel musste sich gestern in Atlanta den Fragen der internationalen Presse stellen. Auf der einen Seite stehen die sportlichen Erfolge – zum ersten Mal seit Jahren ein Halbfinale erreicht –, auf der anderen Seite diese schmerzhafte Niederlage. Am Samstag wartet in Miami das undankbare Spiel um Platz drei gegen Frankreich, Anpfiff ist um 21:00 Uhr. Zu sehen gibt es die Partie bei Magenta TV sowie als Liveticker auf BILD.de. Tuchel selbst bringt es trocken auf den Punkt:

„Wir haben noch ein Spiel bei diesem Turnier. Aber da freut sich niemand drauf. Keiner will dieses Spiel. Weder meine Spieler noch die Franzosen wollen diese Partie spielen.“

Das sagt eigentlich schon alles über die Stimmung nach dem K.o. Das Halbfinale zwischen England und Argentinien war ein echter Nervenkitzel.

Was ist jetzt mit Tuchels Zukunft?

Auch wenn das WM-Aus weh tut – ein direkter Abschied steht offenbar nicht zur Debatte. Die englische Fußball-Föderation hält laut „übereinstimmenden Medienberichten“ weiterhin zu ihrem Cheftrainer. Die Leistungen bei dieser WM geben Sicherheit:

„Es fühlt sich gerade so an, als hätten wir eine riesige Chance liegen lassen. Natürlich ist es ein Erfolg, das Halbfinale zu erreichen. Viele große Fußballnationen haben es nicht unter die besten Vier geschafft. Aber das will im Moment keiner hören. Ich auch nicht“, betont Tuchel.

Was das bedeutet? Trotz aller Enttäuschung ist klar: Der Blick geht schon Richtung Zukunft. Auf die Frage einer kolumbianischen Journalistin, wie er sich auf kommende Aufgaben einstellt, antwortet Tuchel:

„Ich freue mich sehr auf die Heim-EM in zwei Jahren. Auch wenn es momentan schwierig ist, sich auf irgendwas zu freuen.“

Der nächste große Höhepunkt wartet 2028, wenn England, Schottland, Wales und Irland gemeinsam die EM austragen.

Gegner, Kritik und ein unerbittliches Halbfinale

Das Halbfinale zwischen England und Argentinien war ein echter Nervenkitzel. Die Argentinier, gecoacht von Lionel Scaloni, waren brutal effizient. Der Argentinien-Trainer lobte sein Team mit den Worten:

„Meine Mannschaft hat heute Blut im Wasser gesehen und ist dann gnadenlos draufgegangen.“

England fand zu spät ins Spiel, der Anschluss kam zu spät – ein weiteres Tor blieb aus. Kritik an Tuchel bleibt trotzdem nicht aus:

„Natürlich wird es Kritik geben. Sobald man verliert, kommen die Kritiker. Aber ich beschäftige mich jetzt nicht damit“, sagt er dazu gelassen.

Während Tuchel abblockt, schaut Scaloni bereits in die Zukunft: Am Sonntag trifft Argentinien im WM-Finalkracher auf Spanien. Scaloni scherzt über den besonderen Familienkonflikt:

„Jeder weiß, dass ich Familie in Spanien habe (seine Ehefrau Elisa Montero ist Spanierin/d.Red.). Die mag ich wirklich, aber am Sonntag möchte ich sie traurig machen. Das wird sehr schwer. Denn Spanien ist sehr schwer zu schlagen, sie sind ein fantastisches Team.“

Ein Blick auf die wechselhaften Emotionen und den Respekt vor dem nächsten Gegner – beides gehört zum Fußball dazu. Für England bleibt jetzt nur noch der Abschluss gegen die Franzosen – auch wenn „keiner dieses Spiel will“.

Was jetzt? Zukunft, EM und Hoffnung

Auch wenn die Enttäuschung tief sitzt: Das englische Team kann in zwei Jahren ein neues Kapitel schreiben. Das kommende Turnier zuhause wird sicher mehr als nur sportlicher Alltag – die Three Lions wollen zeigen, dass sie das Talent haben, wieder ganz nach oben zu kommen. Bis dahin bleibt Tuchel nach übereinstimmenden Medienberichten gesetzt und der Blick richtet sich nach vorn. England bleibt also spannend, nicht nur auf dem Platz.

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Nach WM-Aus - Tuchel spricht über seine England-Zukunft