"Hamsterrad, das sich beschleunigt": Kliniken in Bayern sind am Ende

Die Corona-Pandemie wütet so stark wie nie in Deutschland. Auch Bayern ist bald am Ende, die nächsten vier Wochen kündigen sich sehr hart an. Ein Hilferuf der Kliniken, der dringend Kontaktbeschränkungen fordert.

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Die Inzidenzen in Deutschland und seinen Nachbarländern steigen weiter täglich. Nun soll die Hospitalisierungsrate als Richtlinie für die Politik gelten, um weitere Entscheidungen bzw. Maßnahmen zu ergreifen. Aber ob das so sinnvoll ist, wird zunehmend kritisiert.

Bayerns Kliniken sind bald am Ende

Nun melden die Kliniken in Bayern, dass die Belastungsgrenze bald erreicht ist. Die Intensivstationen sind voll, geplante Operationen werden großflächig verschoben und Patient:innen in andere Regionen verlegt.

Zurzeit stoßen aber auch einige Nachbarregionen an ihre Grenzen. Baden-Württemberg, Hessen sind bald in der gleichen Situation, Thüringen und Sachsen sind zurzeit undenkbar - steht Sachsen möglicherweise bald als erstes Bundesland wieder im Lockdown-Zustand.

Hilfe wird noch in Südtirol angeboten, dort seien zurzeit noch Kapazitäten vorhanden, wie die Tagesschau berichtet. Doch nicht nur der Mangel an Intensivbetten lässt Bayerns Kliniken einen Hilferuf aussenden.

Geltenden Regeln reichen nicht aus

Die Kliniken fordern ein schnelles Handeln, denn die derzeit geltenden Regeln würden in Deutschland nicht ausreichen, so der Focus. Welche neuen Corona-Regeln die Ampel-Koalition durchgesetzt hat, um die vierte Welle einzudämmen, könnt ihr hier nachlesen.

So warnt auch Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, gegenüber der Augsburger Allgemeinen, wie dramatisch die Situation zurzeit ist und in den nächsten Wochen sein wird:

Wir brauchen deutliche Kontaktvermeidung. Ob man das Lockdown oder anders nennt, ist für uns Kliniken zweitrangig. Aber eine deutliche Reduzierung der Kontakte ist aus unserer Sicht zwingend notwendig, um aus dieser Situation herauszukommen.

"Hamsterrad, das sich beschleunigt"

Triage sei noch nicht notwendig, doch das deutsche Gesundheitssystem sei am Kippen. So betont Engehausen, dass wir uns seit einem Monat in einem Hamsterrad befinden, das sich immer schneller dreht, wie die Tagesschau zitiert:

Der 22. Oktober war der Kipp-Punkt, seitdem haben wir stark steigende Inzidenzzahlen und damit einhergehend steigende Intensivbehandlungen. Wir sind in ein Hamsterrad geraten, das sich immer weiter beschleunigt.
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