MKr368582 Annalena Baerbock (BDK 2025) © Photo by Martin Kraft on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MKr368582_Annalena_Baerbock_(BDK_2025).jpg
Veröffentlicht am 25/08/2026 um 15:00 von der Redaktion

„Sämtliche Verbindungen gekappt“: Baerbocks endgültiger Abschied aus Deutschland

Nach intensiven Jahren auf der internationalen Bühne wagt Annalena Baerbock einen großen Schritt: Sie verlässt den Job als Präsidentin der UN-Vollversammlung und übernimmt eine zentrale Rolle an der renommierten Columbia University. Was zieht Baerbock nach New York, und was erwartet sie am berühmten Campus?

Alles deutet auf einen echten Neustart hin. Annalena Baerbock, die als Außenministerin und UN-Präsidentin weltweit Schlagzeilen gemacht hat, startet ab September ein neues Kapitel im Big Apple. Frisch aus dem Amt leitet sie gemeinsam mit Kolleginnen das Institut für Globale Führung an der Fakultät für International and Public Affairs. Dass sie keine klassische Professorenlaufbahn vorweisen kann, stört dabei niemanden – an der Columbia reicht der Titel „Professor of Professional Practice“, der speziell für anerkannte Fachleute aus Wirtschaft und Politik reserviert ist. Baerbock bringt schließlich jede Menge internationale Erfahrung und Kontakte mit an die US-Ostküste. Für sie beginnt damit eine spannende Aufgabe in einem Umfeld, das nach wie vor von aktuellen Debatten und gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt ist.

Ein anspruchsvoller Job mitten im Campus-Chaos

Der neue Arbeitsplatz könnte turbulenter kaum sein. Die Columbia University stand Anfang 2024 wegen anhaltender Protestaktionen besonders im Fokus: Pro-palästinensische Demonstranten errichteten ein Protestcamp, stürmten Vorlesungssäle, und die Polizei musste mehrfach eingreifen. Nach wochenlangen Ausschreitungen zog die bisherige Rektorin Nemat “Minouche” Shafik im August die Notbremse und trat mit 64 Jahren zurück. Die amerikanische Regierung zeigte klare Konsequenzen: Sie strich 400 Millionen Dollar an Fördergeldern mit dem Hinweis, die Universität sei „angesichts der anhaltenden Belästigung jüdischer Studenten untätig geblieben“. Für die neue Leitung bedeutet das: Die Herausforderungen sind enorm, aber gleichzeitig entsteht Raum für Veränderung und neue Impulse. Gerade für Baerbock als künftige Co-Direktorin könnte dies zur Chance werden, sich aktiv einzubringen. Viele, die Columbia kennen, fragen sich, ob die jüngsten Turbulenzen auch das Profil des Studiengangs und die Zusammensetzung der internationalen Studierenden beeinflussen werden.

Was erwartet Baerbock im neuen Alltag?

Annalena Baerbocks Aufgaben sind vielschichtig: Sie steht als Co-Direktorin an der Spitze eines hochkarätigen Programms namens „Globale Führung“. Hier erwerben Teilnehmer aus der ganzen Welt innerhalb von zehn Monaten einen Master-Abschluss in Public Administration. Einzige Voraussetzung – mindestens zehn Jahre Berufserfahrung und der Wille, Verantwortung auf internationaler Ebene zu übernehmen. Die Ausbildung läuft in Vollzeit, der Arbeitsvertrag für Baerbock ist auf drei Jahre ausgelegt. Was auffällt: Mit ihrem Ausscheiden bei den Vereinten Nationen und dem Auswärtigen Amt enden sämtliche Verbindungen zu diesen Institutionen – und damit auch jeglicher Bezug zu deutschen Steuerzahlern oder offiziellen Ämtern. Das berichtet auch die BILD: Baerbock bereite sich bereits intensiv darauf vor, mit ihren beiden Töchtern (11 und 14 Jahre alt) ein neues Leben in New York zu starten. Für die Familie bedeutet das einen großen Tapetenwechsel – neue Stadt, neue Herausforderungen, neue Perspektiven. Gerade die Verbindung aus internationaler Erfahrung und innovativem Lehransatz könnte zu einem Markenzeichen ihres neuen Alltags werden, und viele Studierende und Kollegen erwarten mit Spannung, wie sie ihr Know-how in den Lehrbetrieb einbringt.

Karriere mit internationalem Netzwerk

Mit ihrer Rolle an der Columbia University steigt Baerbock direkt in die erste Reihe der globalen Führungskräfte-Ausbildung auf. Das Netzwerk an der SIPA ist riesig: Führungspersonen aus der ganzen Welt – Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft – geben sich hier die Klinke in die Hand. Der Wechsel nach New York markiert zugleich einen radikalen Schnitt: Ihre offiziellen Verbindungen zur UN und zum Auswärtigen Amt enden mit Abschluss des Präsidentinnen-Mandats, alle direkten institutionellen Kontakte werden gekappt. Für Baerbock ist das ein beispielloser Neustart: Drei Jahre Vollzeit, ein klar umrissenes Aufgabenfeld an einer Universität, die in der Vergangenheit stets Politik und Gesellschaft geprägt hat. Ihr beruflicher wie privater Weg führt damit mitten ins Herz der internationalen Debatten – ein Wechsel, der nicht nur ihre Karriere, sondern vielleicht auch das Bild deutscher Politik im Ausland weiter beeinflusst.

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Verwendete Quelle:

Ihr Präsidentin-Job bei der UN endet im September: Neue Aufgabe für Baerbock