CIA-Chef war in Moskau: Darum braucht Trump jetzt Putin
Eine geheime Mission, neue Spannungen und der Satz „seine militärische und wirtschaftliche Unterstützung für den Iran zu reduzieren“ – wie hängen diese Worte mit der aktuellen Weltlage zusammen? Hinter verschlossenen Türen wird gerade um mehr als nur ein paar Barrel Öl verhandelt.
Plötzlicher Moskau-Besuch, versteckte Botschaften und viel Druck aus Washington: Der US-Präsident Donald Trump setzt auf einen ungewöhnlichen Weg, das alte Machtspiel um den Nahen Osten neu zu ordnen. Offiziell war es ein überraschender Trip des CIA-Chefs John Ratcliffe (60) in die russische Hauptstadt. Inoffiziell, so berichtet das Magazin Politico, sollte Ratcliffe einen ziemlich eindeutigen Auftrag erfüllen: Im Namen Trumps warnte er die russische Regierung vor weiteren Provokationen gegenüber europäischen NATO-Staaten – und, noch dringlicher, verlangte er, dass die Russen endlich ihren Rückhalt für den Iran zurückschrauben.
Russlands Hilfe für Iran im Fadenkreuz der USA
Der CIA-Direktor ließ laut Berichten ausrichten, Russland solle „...seine militärische und wirtschaftliche Unterstützung für den Iran zu reduzieren.“ Besonders sensibel: Es ging explizit um die Weitergabe von Waffen und Verteidigungstechnologie, aber auch um das Abziehen wirtschaftlicher Hilfen. Ratcliffe habe darüber hinaus geraten, die russische Führung solle nicht „überzureagieren“, falls als Reaktion Sanktionen gegen Russland verhängt würden. Nach mehreren gescheiterten Militäraktionen und diplomatischen Anläufen setzen die USA jetzt auf eine völlig andere Strategie. Ziel ist ein „wirtschaftlicher D-Day“ gegen das Regime in Teheran: Der Iran soll im eigenen Geldbeutel getroffen werden, um ihn an den Verhandlungstisch zu zwingen. Im Fokus steht dabei nicht nur das umstrittene Atomprogramm, sondern vor allem die Blockade der Straße von Hormus, dem Nadelöhr für einen großen Teil der globalen Öllieferungen.
„Russland hat dem Iran Satellitenbilder gegeben“ – Die Rolle Moskaus im Iran-Poker
Liana Fix, Außenpolitik-Expertin vom Council on Foreign Relations, machte im RONZHEIMER-Podcast auf eine brisante Faktenlage aufmerksam:
„Russland hat dem Iran Satellitenbilder gegeben, die dem Iran bei der Zielerfassung von US-amerikanischen Zielen geholfen haben.“
Doch damit nicht genug: Fix spricht offen von einem „Ökosystem aus Schattenflotten“, das darauf ausgelegt sei, internationale Sanktionen beim Ölexport zu umgehen. Die Russen könnten also noch weit mehr Einfluss nehmen, als öffentlich bekannt – sei es technisch, wirtschaftlich oder ganz praktisch auf See.
Der Poker hat jedoch mehr als eine Dimension: Wenn Washington von Moskau verlangt, „den Iran dazu zu bringen, die Straße von Hormus zu öffnen“, erwartet Russland eine Gegenleistung. Liana Fix bringt das auf den Punkt:
„Wenn das eine Bitte ist, den Iran dazu zu bewegen, die Straße von Hormus zu öffnen, dann wird Russland natürlich etwas im Gegenzug verlangen – oder die USA drohen Russland eben mit Sanktionen.“
Viel mehr als nur diplomatische Rhetorik, hier geht’s ums Eingemachte. Bleibt die Frage, wer am Ende das bessere Blatt hat.
Chinas Einfluss, Amerikas Dilemma
Was die US-Strategie zusätzlich ausbremst, ist die Rolle Chinas. Die Volksrepublik kauft mittlerweile große Teile des iranischen Öls – und hat, so Liana Fix, wenig Interesse, die amerikanischen Sanktionspläne zu unterstützen. Aus Sicht der Expertin zögern die USA deshalb, Konflikte direkt mit China anzugehen. Fix formuliert es klar:
„Da sind die USA bereits zweimal eingeknickt.“
Handelsstreit, Ukraine, Iran – beim Kräftemessen mit Peking fehlt Washington die nötige Konsequenz. Ohne Chinas Beteiligung bleibt der gewünschte wirtschaftliche Würgegriff gegen Teheran also ein zähes Unterfangen.
Auch für Europa gibt es keine einfachen Antworten. Zwar ging es bei Ratcliffes Moskaubesuch nicht nur um Hybridangriffe auf NATO-Länder, doch das Iran-Kapitel beschäftigt alle, die von einer verlässlichen Energieversorgung abhängen. Selbst wenn das Weiße Haus das Thema Iran derzeit für „weniger relevant“ hält, dürfte die Debatte in Berlin, Paris oder Rom längst auf Hochtouren laufen.
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