Söder: Ich will nicht Kanzler werden
Markus Söder überrascht im Interview: Kein Interesse am Kanzleramt, volle Unterstützung für Ilse Aigner als Bundespräsidentin. Zwischen deutlicher Kritik an AfD-Überläufern und Rückenwind aus der SPD steht ein Polit-Frühjahr bevor, das für Zündstoff sorgt.
Ein Satz von Markus Söder sorgt derzeit für Gesprächsstoff: „Friedrich Merz bleibt Bundeskanzler“. Der CSU-Chef macht klar, dass er sich bis auf Weiteres aus dem Rennen nimmt. Stattdessen setzt Söder ganz auf eine andere Personalie: Er will Ilse Aigner, aktuell Landtagspräsidentin in München, im Amt der Bundespräsidentin sehen. Unverhohlen betont er: „Die einzige Personalie, die mich persönlich interessiert, ist nicht die Kanzlerschaft, sondern ich möchte, dass, wenn es irgendwie geht, Ilse Aigner Bundespräsidentin wird. Da engagiere ich mich sehr dafür“.
Ilse Aigner: Einigung über Partei-Grenzen hinweg?
Die SPD signalisiert deutliche Sympathien für Aigners Kandidatur. Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlands, attestiert ihr im Spiegel die „Ernsthaftigkeit, die Bürgernähe und die Erfahrung, die das Amt braucht.“ Auch SPD-Chef Lars Klingbeil lobt sie als „Brückenbauerin“. Aigner scheint also das Potenzial zu haben, über Parteigrenzen hinweg Zustimmung zu erhalten. Markus Söder hatte ihr bereits „volle Sympathie und Unterstützung“ zugesichert. Die Wahl zum Bundespräsidenten findet am 30. Januar 2027 statt.
Starker Gegenwind gegen AfD und politische Überläufer
Gleichzeitig nutzt Söder das Rampenlicht, um Klartext zur aktuellen Entwicklung in Ostdeutschland zu reden. Für ihn steht fest: Wer insgeheim mit der AfD zusammenarbeitet oder ihr zu Mandaten verhilft, stellt sich selbst ins politische Abseits. Seine Worte sind scharf: „Ich fände, dass alle diejenigen, die sich überlegen, so etwas zu machen, dann auch bitte das Rückgrat haben sollten, das auch öffentlich zu machen und sich am besten dann auch gleich in die entsprechende politische Richtung zu bewegen. Ich finde das schäbig!“
Was bewegt Söder zu dieser Attacke? Der Hintergrund: Bei der Wahl des Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt unterstützten offenbar einige Abgeordnete heimlich AfD-Überläufer. Für Söder eine gefährliche Entwicklung: Die jüngsten Wahlen im Osten sind für ihn „große Denkzettelwahlen“ und „Misstrauensvoten gegenüber der Politik in Berlin“. Es seien „Das sind Ergebnisse, die erschüttern das Land. Da gratulieren Trump und Putin! Die Großmächte freuen sich über einen Wahlerfolg der AfD! Deswegen ist das schon mehr als ernst.”
AfD, BSW und neue politische Mehrheiten
Bemerkenswert auch Söders Einschätzung, dass in Sachsen-Anhalt mittlerweile ohne die AfD kaum noch regiert werden kann: „Die Wähler haben ein sehr klares Wort gesprochen. Es gibt eine extreme Mehrheit, AfD und das BSW. Das zeigt sich schon nächste Woche bei der Entscheidung über Russland et die Ukraine.“ Er bemängelt, dass in der ersten Sitzung nach der Landtagswahl nicht über dringend Gesuchtes – etwa mehr Polizei oder Lehrer – gesprochen wird, sondern ein „russlandfreundlicher Antrag“ gesetzt ist. Für Söder ist das bezeichnend: „Das sagt sehr viel aus über die Leute, die dort künftig regieren.“
Verwendete Quelle:
AfD-Überläufern Söder wettert gegen AfD-Überläufer - „Ich finde das schäbig!“
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