“Diese Vorstellung gefällt mir”: Reinhold Messner will im Tod keine Spuren hinterlassen
Reinhold Messner, Extrembergsteiger und Grenzgänger, verblüfft noch im Alter von 82 mit einem unkonventionellen Wunsch: Kein Grab, kein Denkmal, sondern Freiheit selbst nach dem Tod. Was bewegt den legendären Südtiroler zu dieser Entscheidung?
Reinhold Messner – spätestens seit seinem Triumph an den 14 Achttausendern weltbekannt – sieht auch sein Lebensende als Teil seines Abenteuers. Kürzlich verriet er, dass er auf ein festes Grab verzichtet: Nach seinem Tod sollen keine Spuren mehr von ihm verweilen. Seine Asche soll, statt in einer Gruft zu ruhen, verstreut werden. Die Idee überraschte viele und sorgte für Diskussionen.
Warum kein Grab? Messners persönliche Sicht
Im Gespräch mit Der Spiegel erklärte Messner: "Diese Vorstellung gefällt mir: dass von mir nicht irgendwo ein Grab bleibt. Ich brauche nach meinem Tod nichts mehr, kein Monument." Seine Entscheidung fußt nicht auf Spektakulärem, sondern auf seinem nüchternen Blick: Er glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod, also braucht seine sterbliche Hülle auch keinen Erinnerungsort.
Messner betonte, dass die Natur für ihn stets eine größere Rolle spielte als der Mensch selbst. Für ihn spiegelt sich wahre Größe im Loslassen – im Leben wie im Sterben. Ihn bewegt nicht das Nachruhm, sondern die Vorstellung, dass die Zeit immer wertvoller wird, je weniger davon übrig bleibt. Auf Instagram schrieb er: "Nicht, weil Geburtstage an sich für mich so wichtig sind. Sondern weil ich weiß, dass die Zeit umso kostbarer wird, je weniger davon bleibt. Ich bin einfach ein alternder Bergsteiger, der immer noch neugierig ist, immer noch Träume hegt und immer noch hungrig nach Abenteuern ist."
Seine Frau und die "Himmelsbestattung"
Seine Ehefrau Diane, 46, spricht im selben Gespräch davon, Messners Wünsche an besonderen Orten umsetzen zu wollen: "Eine Idee ist, sie an verschiedenen Orten zu verstreuen, die für sein Leben eine besondere Bedeutung hatten." Die Verbindung zu seinen Abenteuern bleibt selbst im Tod erhalten. Messner hat sogar mit der tibetischen Himmelsbestattung geliebäugelt, bei der der Körper den Geiern überlassen wird: "Immer wieder mit dem Gedanken einer Himmelsbestattung gespielt," gestand er. Diane dämpft den Mythos: "So romantisch ist das gar nicht. Reinhold macht daraus sofort eine große Geschichte, ich hole ihn dann wieder ein bisschen auf den Boden zurück."
Der Wunsch nach Ortlosigkeit setzt Zeichen gegen Heldendenkmäler – für Messner zählt das gelebte Abenteuer mehr als das steinerne Vermächtnis. Für ihn stand immer das Leben im Vordergrund; so erklärte er auch zu seiner Bergsteigerkarriere: "Ich hatte Glück und war auch vorsichtig. Die Kunst besteht darin, alle Erfahrungen und alles Können einzusetzen, um lebend zurückzukommen."
Ein außergewöhnliches Jubiläum und neue Perspektiven
Gerade in diesen Tagen feiert Messner das 40. Jubiläum seines größten Triumphs: Am 16. Oktober 1986 wurde er der erste Alpinist, der auf allen 14 Achttausendern stand. Seinen 82. Geburtstag beging er kürzlich mit alten Weggefährten in Pakistan – Orte, die für seine Asche vielleicht bedeutender werden als ein Grabstein. Während viele auf ewige Gedenkstätten setzen, reicht Messner die Erinnerung an echte Abenteuer. Dass er noch immer von neuen Träumen spricht, zeigt, dass für ihn auch der Tod kein Endpunkt ist – sondern vielleicht der Beginn für einen letzten Aufbruch.
Verwendete Quelle:
"Die Vorstellung gefällt mir": Reinhold Messner will kein eigenes Grab
Promi-News: Ex-Bergsteiger Messner will kein Grab
Auch Interessant:
Miriam Neureuther gewährt Einblick in ihr turbulentes Familienleben
14-Jährige aus Wiesbaden vermisst
Ein Zimmer im Vollbrand: Großeinsatz in Berliner Seniorenheim nach Feuer