Das 9-Euro-Ticket kommt: Weshalb einige Reisende davon trotzdem nur bedingt profitieren

Nach langem Hin und Her ist es nun endlich so weit: Das 9-Euro-Ticket kommt diesen Sommer und ermöglicht es vielen, für wenig Geld durch ganz Deutschland zu fahren. Insbesondere diejenigen, die dadurch finanziell entlastet werden sollen, können davon aber teilweise nicht profitieren.

Bei vielen dürfte die Freude groß sein: Der Bundesrat hat laut Bild für die temporärte Einführung des 9-Euro-Tickets gestimmt. Nicht nur Kurzurlaube werden so preiswert, auch die Monatskarte dürfte für einige eingefleischte Autofahrer:innen deutlich attraktiver geworden sein. Verlierer finden sich vor allem unter den Pendler:innen und Menschen, die sehr ländlich leben.

Mit der Regionalbahn durch Deutschland

Ab dem 1. Juni ist es so weit: Es wird möglich sein, für nur neun Euro quer durch Deutchland zu fahren. Der einzige Haken an der Sache: Es gilt nicht beliebig für alle Züge (und auch nicht für die erste Klasse). Laut RND ist es "bundesweit in allen Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs (egal ob von der Deutschen Bahn oder anderen Anbietern) gültig."

Davon ausgenommen ist allerdings die Reise mit dem ICE, Intercity und Eurocity; auch Fernbüsse und Flixzüge können mit dem Ticket nicht genutzt werden.

Wer den öffentlichen Nahverkehr fast täglich nutzt, um zur Arbeit zu gelangen, profitiert auf jedem Fall von dem Angebot. Arbeitnehmer:innen in Berlin z. B. zahlen pro Monat 86 Euro für ihr BVG-Ticket (Zone AB).

Pendler:innen schauen teilweise in die Röhre

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, weist aber darauf hin, dass die Lage für einige Berufspendler:innen anders aussieht:

Es gibt ein paar Personengruppen, die vergessen wurde. Es gibt eine große Gerechtigkeitslücke.

Viele würden von Berlin nach Wolfsburg pendeln oder von Kiel nach Hamburg. Mit dem ICE kein Problem, mit dem Bummelzug auch bei noch so flexiblen Arbeitgerber:innen kaum machbar.

Des Weiteren könnten Menschen in ländlichen Gegenden das Angebot auch nur bedingt nutzen. Wie Chip berichtet, gibt es viele Wohnorte, deren Bus- oder Zugverbindungen gar nicht erst ausreichend sind.

Auch Radfahrer:innen könnten nur bedingt in den Genuss der Vorzüge des Tickets kommen: Wer sein Fahrrad bei hohem Fahrgastaufkommen in den Zug mitnehmen möchte, muss damit rechnen, nicht in den Zug gelassen zu werden. Grund dafür sind die teilweise nicht ausreichenden Stellplätze für die Drahtesel. Ohnehin muss für das Rad ein separates Ticket erworben werden.

Das Ticket gilt ab 1. Juni und ist bis einsschließlich 31. August zu erhalten.

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