Wie der Mensch das Gehirn des Hundes beeinflusst

Wie der Mensch das Gehirn des Hundes beeinflusst

Eine neue Studie zeigt, dass das Gehirn des Hundes sich durch seine Beziehung zum Menschen weiterentwickelt hat. Dabei wird deutlich, warum manche Hunderassen für bestimmte Aufgaben geeignet sind.

Kreuzungen und Züchtungen von Tierrassen beeinflussen die Größe, die Farbe, die Form und das Verhalten. Bei Hunden sind die Unterschiede zwischen den Rassen stärker erkennbar als bei jeder anderen Tierart. Eine neue Studie zeigt nun, dass der Mensch in den 15.000 Jahren, die er an der Seite seines treuen vierbeinigen Gefährten verbracht hat, auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns von Hunden gehabt hat.

Große neuronale Unterschiede

Forscher der tiermedizinischen Universität von Georgien haben MRT-Aufnahmen von 62 Hundegehirnen untersucht. Dabei stellten sie große Unterschiede zwischen den Gehirnen der verschiedenen Hunderassen fest, und das sogar in Hinblick auf die Größe und die Form des Gehirns. Untersucht wurden Rassen vom Dackel bis zum Doberman.

Die Eigenschaften, die wir einer Hunderasse zuschreiben, sollen zum Teil auf die Einflüsse unserer Vorfahren zurückgehen. Die umfassende Analyse hat es den Wissenschaftlern ermöglicht, sechs wichtige neuronale Netze auszumachen, also unterschiedliche Bereiche des Gehirns. Sie hängen mit bestimmten Fähigkeiten wie dem Geruchssinn oder der Beweglichkeit zusammen. Je nach Ausbildung dieser Bereich zeigt eine Hunderasse bestimmte Charakterzüge und Fähigkeiten.

Harvard-Forscher bestätigt Ergebnisse

Der Neurowissenschaftler Erin Hecht (Harvard University) ist auf die Erforschung von kognitiven Fähigkeiten von Hunden spezialisiert. Er sieht eine direkte Verbindung zum menschlichen Einfluss:

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"Es sieht so aus, als würden diese neuronalen Unterschiede mit den Kreuzungen und Züchtungen bestimmter Rassen zusammenhängen, die darauf abzielten, bestimmte Fähigkeiten wie das Jagen oder Bewachen weiterzuentwickeln."

Die Studie beschränkt sich aber auf generelle Beobachtungen und berücksichtigt nicht die individuelle Entwicklung eines Tieres in der Beziehung mit seinen Besitzern. So entwickelt ein Hund, der darauf trainiert wird, zu jagen, unabhängig von seiner Rasse ein anderes neuronales System als einer, der lernt, seinem Besitzer morgens die Zeitung zu bringen.

In dieser Hinsicht verhält sich das Hundehirn wie ein menschliches Gehirn, das sich durch das Erlernen einer neuen Sprache, neue Bewegungsabläufe oder Änderungen im Liebesleben verändert. Und wie sieht es mit der Intelligenz von Hunden aus? Diese Frage hat kürzlich eine andere Studie beantwortet, die die Intelligenz von Hunden und Katzen verglichen hat.

Maximilian Vogel
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