Hobby-Taucher stoßen auf Walhai: Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung!

Hobby-Taucher stoßen auf Walhai: Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung!

Eine Familie geht vor Hawaii tauchen. Doch plötzlich stoßen sie auf einen jungen Walhai und machen eine erschreckende Entdeckung.

Dies ist eine traurige Geschichte. Aber ausnahmsweise eine mit Happy End. Eine Familie, die vor der Küste der Insel Lanai in Hawaii tauchen ging, bemerkte einen jungen Walhai, der fast 6 Meter lang war und ganz nah an ihnen vorbeischwamm. Sie waren überrascht darüber, dass ein solches Tier so nah herankommt, und sahen schnell, dass etwas nicht in Ordnung war: Dieses Exemplar hatte sich in einem dicken Seil verfangen, das wahrscheinlich von einem Fischernetz stammte.

„Es sah überhaupt nicht gut für ihn aus. Er hatte drei Narben an den Stellen, wo das Seil in seinen Rücken eingewachsen war. Und durch das Seil war eine etwa zehn Zentimeter lange Kerbe in seiner Seitenflosse entstanden“, beschreibt Joby Rohrer gegenüber National Geographic. Rohrer und seine Frau Kapua Kawelo, die beide im Rahmen des O'ahu Army Natural Resources Programs für den Schutz bedrohter Tierarten arbeiten, beschreiben ein mit Krustentieren und Muscheln bedecktes Seil, was darauf hinweist, dass es den Hai schon mehrere Monate lang strangulierte.

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Mit der Hilfe ihres Sohnes und eines befreundeten Wildtierexperten haben sie sich dazu entschlossen, den jungen Walhai zu befreien. Und zwar nur mithilfe von Schnorcheln und einem kleinen Messer. Sie gingen jeweils für eine bis zwei Minuten auf 15 Meter Tiefe herunter. Die kleine Gruppe brauchte eine halbe Stunde, um das 75 Kilo schwere und über 10 Zentimeter dicke Seil zu durchtrennen und den riesigen Fisch so aus seiner Notlage zu befreien.

„Es sah so aus, als würde der Hai uns ihm helfen lassen“

Das Werk der Taucher ist beeindruckend, aber sie selbst waren vor allem vom Verhalten des Hais beeindruckt. Normalerweise sind diese Haie scheu und meiden den Kontakt mit Menschen, aber dieses Exemplar ließ die Menschen an sich heran, und das über einen langen Zeitraum hinweg, während Joby Roher und seine Frau das Seil durchtrennten, das ihn strangulierte. „Es sah so aus, als würde der Hai uns ihm helfen lassen, so als wüsste er, dass wir ihm helfen wollten“, beschreibt Rohrer.

Dieser Eindruck wurde von dem National Geographic-Forscher Brad Norman bestätigt. Er ist einer der renommiertesten Spezialisten für Walhaie und beschreibt die Szene als „sehr sehenswert“. Brad Norman erläutert weiterhin, der Umstand, dass der Hai an Rohrers Seite bleibt, als dieser begonnen hat, das Seil zu durchtrennen, zeige, dass der Fisch sich in dieser Situation sicher gefühlt hat. Das wird dadurch noch deutlicher, dass mehrere Tauchgänge erforderlich waren, um das Seil ganz durchzuschneiden.

Dank dieser Zusammenarbeit mit Menschen konnte der junge Walhai von dem Seil befreit werden, das ihn strangulierte und auf lange Sicht tödlich für ihn hätte sein können. Laut Brad Norman hat dieses Exemplar gute Chancen, den Vorfall zu überleben. Wenn man sich die Bilder anschaut, scheint sein Gesundheitszustand insgesamt wirklich relativ gut zu sein. Der Spezialist schätzte im Übrigen, dass dieser Walhai eher jung war, wahrscheinlich etwa zwanzig Jahre alt, was seine Überlebenschancen noch weiter steigert.

Fast 50% aller Walhaie sind in 75 Jahren verschwunden

Auch wenn diese Situation glimpflich ausgegangen ist, weist sie auf die Lage des größten Hais hin, der bis zu 15 m lang werden kann. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich und ernährt sich ausschließlich von Plankton. Seine Population ist in den letzten 75 Jahren erheblich geschrumpft.

Die Bestände dieser Tierart im Indischen Ozean und im Pazifik sind um fast zwei Drittel dezimiert worden, während der Rückgang im Atlantik bei 30% liegt. Der Grund dafür sind Zusammenstöße mit Schiffen, die in den Jagdgebieten der Walhaie unterwegs sind, sowie der unabsichtliche Fang in Fischernetzen. In manchen Ländern wird diese Haiart auch noch zum Verzehr gefangen.

2017 hat sich die Situation etwas verändert. Seitdem steht die Art auf der Roten Liste und darf nun nicht mehr gejagt werden. Auch ihre Lebensumgebung ist geschützt. Dennoch könnten solche Maßnahmen nicht ausreichen. „Auf der ganzen Welt sind Walhaie vom Aussterben bedroht“, betont Brad Norman. „Wenn wir die Tendenz zum langsamen Aussterben der Art nicht umkehren, ist das Ende der Walhaie nahe.“

Dieses junge Exemplar ist im Übrigen nicht der erste Walhai, der ein solches Schicksal erleidet. 2015 haben Taucher eine ähnliche Rettungsaktion vor Mexiko durchgeführt. Ein Jahr später hat die NGO Sea Shepherd einen Walhai gerettet, der in einem Fischernetz vor der Küste Gabuns festhing.

• Carina Levent
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