Talgdrüsen – Aufbau & Funktionen einfach erklärt

Talgdrüsen – Aufbau & Funktionen einfach erklärt

Wer sich näher mit der Hautpflege beschäftigt und ein sauberes Hautbild zum Ziel hat, beschäftigt sich sehr wahrscheinlich auch mit der Talgdrüsenproduktion. Diese ist elementar für die Versorgung der Haut mit Flüssigkeit, ansonsten würde die Elastizität und Farbe der Haut nachlassen bzw. verblassen und äußere Einwirkungen könnten ungehindert ihre schädigende Wirkung entfalten.

Um ein Grundverständnis darüber zu erlangen, weshalb die Talgdrüsen so bedeutsam für ein gesundes, vitales Hautbild sind, sollte man wissen, was Talg eigentlich ist. Talg oder Sebum ist ein Ausscheidungsprodukt der Talgdrüsen, es hat eine relativ feste Konsistenz und einen weißlich-gelben Farbton. Im Wesentlichen besteht Talg aus Fettsäuren, Triglyceriden sowie Wachsen, Cholesterinen, Proteinen und dergleichen. Talg ist also ein besonders zugeschnittenes Lipid (Fett), welches über Talgdrüsen in die Epidermis (oberste Hautschicht) geleitet wird. Je nach Produktion verleiht er der Haut eine glänzende oder eher eine poröse Struktur (bei Verstopfung).

Was macht die Produktionstätigkeit der Talgdrüsen so wichtig?

Das Ergebnis der Talgdrüsenproduktion, Talg, ist elementar für die natürliche Schutzfunktion der Haut. Talg wird unmittelbar an die Hautoberfläche abgegeben und schützt die Haut effektiv. Er erzeugt ein saures Milieu, was es Krankheitserregern schwer macht, darüber in den Organismus zu gelangen. Wer nun über eine gestörte oder anderweitig eingeschränkte Talgdrüsenproduktion verfügt, hat damit ein naturgemäß deutlich höheres Risiko für rissige, spröde Haut, die schneller altert und auch aufwendiger gepflegt werden muss.

Zum Aufbau von Talgdrüsen: Bis zu fünf Drüsen pro Follikel

Um die Bedeutung der Talgdrüsen für ein vitales Äußeres zu verstehen, musst du dir zunächst darüber im Klaren sein, dass Talgdrüsen sog. exokrine Drüsen sind. Das heißt, sie produzieren ihr Sekret, den Talg, und geben diesen nach außen wieder ab. Talgdrüsen befinden sich in der Dermis (Lederhaut), die sich unter der Epidermis (oberste Hautschicht) befindet, und gehen nahezu vollständig in den Haarbalg/die Haarfollikel über - an dieser Stelle können bei Ungereimtheiten Haarwurzelentzündungen entstehen. Anschaulich beschrieben könntest du dir die Talgdrüsen als kleine Säckchen vorstellen, die zu den Haar- bzw. Talgdrüsenfollikeln gehören. Je nach Ort und Funktion gibt es bis zu fünf Drüsen pro Follikel, die jeweils ohne Ausgang auskommen – das Sekret wird entlang des Haares an die Haut abgegeben.

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Besonders im Gesicht, auf der Kopfhaut sowie im Genitalbereich befinden sich äußerst viele Talgdrüsen – wohingegen lediglich Fußsohlen sowie Handinnenflächen über keine Haare verfügen, somit also auch keine Talgdrüsen aufweisen.

Welche Funktion hat Talg als Endprodukt der Talgdrüsenproduktion?

Talgdrüsen verfügen über Zellen, die erst reifen müssen. Während dieses Reifungsprozesses werden Fetttröpfchen eingelagert, dessen Zellen sich erst bei Erreichen einer gewissen Menge auflösen und selbständig entleeren. Das Sekret gelangt über die Ausführungsgänge in das sog. Drüsengewebe, das letztlich in der Lage ist, eine dünne Fettschicht zu bilden. Bei einem normalen Stoffwechsel funktionieren genügend Talgdrüsen auf natürliche Art und Weise. Die Haut kann effektiv vor dem Austrocknen bewahrt werden, zudem werden Krankheitserreger sowie reizende Chemikalien präventiv behandelt. Ein geschmeidiges, glänzendes Hautbild ist die Folge.

Es gibt verschiedene Faktoren, die sich auf Talgdrüsen auswirken und deren Produktion beeinflussen. Am stärksten sind sog. Androgene, also männliche Sexualhormone. Je nach Alter, Geschlecht, Lebensphase sowie Anordnung von Haaren und Talgdrüsen (nicht gleichmäßig verteilt), kann es somit zu einer unterschiedlichen Talgdrüsenproduktion kommen. Dies begünstigt Hautkrankheiten wie Akne oder Neurodermitis.

• Daniel Hasselbond
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