Mysteriöse Schlafstörung: Wenn du mit einem Knall im Ohr aufwachst, leidest du vielleicht an einer Krankheit
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Schlafstörung EHS: Aufwachen mit einem Knall im Ohr kann ein Zeichen dieser Krankheit sein

Bist du schon einmal in der Nacht mit einem lauten Geräusch in den Ohren aufgewacht? Dabei handelt es sich um das rätselhafte Exploding Head Syndrome (EHS), von dem die Spezialisten noch nicht viel wissen.

Schlafstörungen gibt es einige, wie Schlafapnoe oder Narkolepsie - diese sind jedoch schon gut erforscht, auch wenn es meist noch keine Heilung davon gibt. Das Exploding Head Syndrome (EHS) ist jedoch noch nicht sehr bekannt.

EHS ist nicht so dramatisch, wie sein Name vielleicht vermuten lässt. Trotzdem bringt es die Menschen, die darunter leiden, ganz schön aus der Fassung, Angstzustände inbegriffen.

Exploding Head Syndrome (EHS)

Bist du vielleicht in der Nacht schon einmal hochgeschreckt, nachdem du gemeint hast, eine Explosion oder eine zuschlagende Tür gehört zu haben? Genau Dinge wie diese hören nämlich die Menschen, die an diesem noch recht unerforschten Syndrom leiden.

Forscher von der psychologischen Abteilung der University of Washington (USA) haben sich vor kurzem mit dieser merkwürdigen Schlafstörung und deren bisherigen Untersuchung beschäftigt.

Sie versuchen dabei, die Ursachen besser zu verstehen und ermutigen Menschen, die daran erkrankt sind, von ihren verschiedenen Symptomen zu berichten.

Ohrenbetäubender Lärm, der einen aufschrecken lässt

Das Exploding Head Syndrome (EHS) ist 1920 zum ersten Mal vom walisischen Physiker und Psychiater Robert Armstrong-Jones beschrieben worden. Im Kern stellt es einen Widerhall von Lärm im Kopf dar, ein Geräusch, das aber nicht von der Realität ausgeht. Die davon betroffenen Personen hören dabei meist Schussgeräusche, Feuerwerksknaller, laut zuschlagende Türen usw.

Es kommt zu diesem Phänomen meist im Moment des Einschlafens oder kurz vor dem Zeitpunkt des Aufwachens. Eines oder beide Ohren können davon betroffen sein.

Ab und zu wird das Geräusch auch von einem Lichtblitz begleitet und in bestimmten Fällen sogar von einem leichten Schmerz. Glaubt man den Forschern, sind eher Frauen als Männer von diesem Phänomen betroffen.

Da die darunter leidenden Personen plötzlich hochschrecken, verspüren sie oft ein Gefühl von Ängstlichkeit oder sogar Furcht. Auch kann ihr Herzrhythmus plötzlich in die Höhe schnellen.

Trotzdem unterscheidet sich dieses Phänomen deutlich von einem Albtraum: Denn das beim Exploding Head Syndrome (EHS) vernommene Geräusch steht nicht mit einem gerade durchgemachten Traum in Verbindung.

Ein betäubender Lärm, der Angst vor dem Schlafengehen erzeugt. Road Trip with Raj@Unsplash

Erschöpfung und Angst, schlafen zu gehen

Das Phänomen an sich stellt für den Organismus keinerlei Bedrohung dar. Das Wohlbefinden sowie der Schlafzyklus der betroffenen Patienten können aber bisweilen dramatisch darunter leiden.

Brian Sharpless, Professor und Direktor der Abteilung für Klinische Psychologie an der University of Washington, sagt hierzu im Rahmen einer Pressemitteilung:

Ich bin bei meiner Untersuchung Menschen begegnet, die deshalb pro Nacht sieben Mal aufwachen. Daraus können sich dann sehr bedenkliche klinische Folgen ergeben.

Wie alle anderen Schlafstörungen kann das Exploding Head Syndrome (EHS) für die Betroffenen eine beträchtliche Erschöpfung während des darauffolgenden Tages bedeuten.

Wie Brian Sharpless erklärt, bekommen bestimmte betroffene Menschen sogar Angst davor, ins Schlafzimmer zu gehen oder überhaupt einschlafen zu wollen. Um gegen dieses Syndrom anzugehen, experimentieren die Wissenschaftler mit einer Behandlung, in deren Mittelpunkt Methoden zur Entspannung stehen.

Da die Ursachen des Syndroms aber bislang nur sehr schemenhaft verstanden werden, bleibt es schwierig, eine ganz konkrete und individuelle Behandlung festzulegen.

Über die Ursachen ist wenig bekannt

Glaubt man Brian Sharpless, gibt es zu den Ursachen zumindest eine Vermutung, die sich als relativ wahrscheinlich ausnimmt. Nach dieser gelingt es dem Gehirn nicht, sich korrekt "auszuschalten". Der Spezialist sagt hierzu genauer in seiner Pressemitteilung:

Anstatt abzuschalten, bleiben anscheinend bestimmte Neuronengruppen aktiv und veranlassen, dass wir diese plötzlichen Geräusche hören. Verhaltensbedingte oder psychologische Faktoren können hierbei ebenso eine Rolle spielen. Wenn die Person von Natur aus keinen ruhigen Schlaf hat, tritt dieses Phänomen leichter auf.

Die Studien der amerikanischen Forscher, die sich auf Elektroenzephalografie (EEG) stützen, ergeben bislang folgendes Bild: Das Syndrom ist in Phasen des Dämmerschlafs, aber nicht in Tiefschlafphasen beobachtet worden.

Um ihre Erfahrungsbasis zu erweitern und um das Phänomen besser verstehen zu können, hoffen die Forscher, dass sich am Exploding Head Syndrome (EHS) leidende Menschen bei ihnen melden. Dies ist auch der Grund, wieso sie mit ihren Forschungen so direkt an die Öffentlichkeit gehen.

Denn der Körper zeigt uns auch über den Schlaf, dass etwas nicht mit uns stimmt. So kann es sein, wenn man sich ständig müde fühlt, dass man an einer Krankheit leidet. Aber auch ein regelmäßiges Aufwachen zu einer bestimmten Uhrzeit kann dir Genaueres über dich sagen.


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