Wie beeinflussen Geburtsdaten späteren IQ bei Kindern

Schon bei der Geburt fragen sich viele Eltern: Wie entwickelt sich mein Kind geistig – und gibt es schon ganz früh Anzeichen auf spätere Hochbegabung oder Schwierigkeiten? Die Antwort darauf kann vielleicht schon im Kreißsaal liegen.

Wie beeinflussen Geburtsdaten späteren IQ bei Kindern
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Wie beeinflussen Geburtsdaten späteren IQ bei Kindern
Diese Stadien durchläuft unser Körper, nachdem wir gestorben sind

Denn eine neue Studie aus Deutschland zeigt, wie entscheidend frühe Faktoren wie das Geburtsgewicht und der Kopfumfang für die spätere Entwicklung des IQ sind. Was diese Erkenntnisse für Eltern bedeuten, erfährst du hier.

Studie aus Bochum: Der Zusammenhang zwischen Geburtsdaten und Entwicklung

Die Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum ist die erste Studie dieser Größenordnung, die den Zusammenhang zwischen dem sogenannten Gewicht-Kopf-Verhältnis (das Verhältnis von Geburtsgewicht zu Kopfumfang) und dem späteren psychomotorischen Entwicklungsstand eines Kindes aufzeigt. Über 5.300 Neugeborene – darunter 571 Frühgeborene – wurden analysiert, indem die Forscher fünf bis acht Tage nach der Geburt einen Kopfultraschall durchführten. Im Alter von rund vier Jahren erfolgten erneut standardisierte Tests zur Motorik und zum IQ.

Das zentrale Ergebnis: Ein höheres Geburtsgewicht im Verhältnis zum Kopfumfang ist positiv mit der Entwicklung verknüpft. Besonders auffällig war dieser Effekt bei Frühchen und Babys mit geringem Geburtsgewicht. Prof. Arne Jensen, Gynäkologe und Leiter der Studie, betont:

„Die Formel ,Geburtsgewicht durch Kopfumfang‘ bietet uns einen einfachen Indikator, mit dem wir Kinder mit erhöhtem Risiko für Entwicklungsprobleme schon frühzeitig erkennen.“

Zahlen und Fakten: Wann wird es kritisch für Babys

Normalerweise liegt ein gesundes Geburtsgewicht zwischen 2.800 und 4.200 Gramm, und der Kopfumfang sollte zwischen 34 und 37 Zentimeter betragen. Frühgeborene bringen jedoch häufig weniger als 2.800 Gramm auf die Waage – viele haben sogar nur einen Kopfumfang von etwa 26 Zentimetern. Die Frühchen sind anhand der Formel „Gewicht geteilt durch Kopfumfang“ besonders sensibel identifizierbar. Ein ungünstiger Wert bedeutet laut Experten nicht das sichere Auftreten von Problemen, sondern ist vielmehr ein Alarmzeichen für verstärkte Aufmerksamkeit.

Die Medien wmn.de und focus.de berichten:

„Auch wenn Kinder äußerlich gesund wirken, kann das Gewicht-Kopf-Verhältnis wichtige Hinweise auf ihre Entwicklung liefern.“

Was Eltern wissen sollten: Frühzeitige Förderung lohnt sich

Doch was tut man, wenn der Wert auffällig ist? Die Bochumer Studie liefert einigen Trost: Ein schlechtes Ergebnis bedeutet nicht das Ende aller Hoffnungen. Entscheidend ist, dass auffällige Kinder rechtzeitig gefördert werden, zum Beispiel durch Ergotherapie, gezielte Sprachförderung oder spezielle Vorschulprogramme. Frühzeitige Unterstützung kann die spätere schulische Laufbahn positiv beeinflussen. Doch dabei gilt laut Wissenschaftler:innen:

„Familien brauchen vor allem eine entspannte Atmosphäre und keinen übertriebenen Leistungsdruck.“

Auch die renommierte Bildungsforscherin Elsbeth Stern gibt praktische Tipps: Gemeinsames Vorlesen, das Fördern sozialer Kontakte mit Gleichaltrigen, stillen oder gezielt loben – all diese Maßnahmen kommen der kindlichen Entwicklung zugute.

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Verwendete Quelle:

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