Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen, die vor allem im Alter auftritt. Neben Schmerzen bringt sie oft eine eingeschränkte Beweglichkeit mit sich – und genau das kann am Steuer zum Problem werden. Die Grundregel in Deutschland ist klar: Nur wer die nötigen körperlichen und geistigen Voraussetzungen erfüllt, darf hinters Lenkrad. Doch was bedeutet das für Menschen mit Arthrose?
Wie beeinflusst Arthrose das Autofahren konkret
Die Fähigkeit, ein Auto sicher zu steuern, hängt vor allem von der Reaktionsgeschwindigkeit ab. Besonders wichtig ist das rechte Bein: Es wird beim Bremsen und Gasgeben gefordert – gerade dann, wenn jede Sekunde zählt. Studien zufolge brauchen Personen mit Arthrose im Knie oder in der Hüfte für einen Bremsvorgang oft länger.
„Eine um mehr als drei Meter verlängerte Bremsstrecke bei Tempo 100 km/h kann bei Arthrose im Knie vorkommen“, berichten Experten.
Im Ernstfall macht dieser Unterschied einen deutlichen Sicherheitsaspekt aus.
Trotzdem liegen die meisten Werte laut Studien noch im Bereich des vertretbaren. Eine direkte Verbindung zwischen Arthrose-bedingter Reaktionsverzögerung und erhöhten Unfallzahlen konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Es bleibt aber ein Restrisiko, das Experten für durchaus realistisch halten.
Mehr als nur Beine betroffen Auch die oberen Gelenke zählen
Oft konzentriert sich die Aufmerksamkeit beim Autofahren auf Knie- und Hüftgelenke, doch Arthrose kann ebenso Schultern, Arme oder Hände einschränken. Gerade das Lenkrad zu drehen oder die Schaltung zu bedienen, wird für manche Betroffene zur Herausforderung. Steife oder schmerzende Gelenke können schnelle Ausweichmanöver fast unmöglich machen.
Laut der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. sollten gerade diese Probleme nicht unterschätzt werden. Auch Schmerzen im oberen Bereich können zu erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr führen.
Tipps für sicheres Fahren mit Arthrose Das hilft wirklich
Für alle, die trotz Arthrose mobil bleiben wollen: Bei Beschwerden oder Unsicherheiten ist ein Arztbesuch ein Muss – spätestens nach einer Gelenkprothese. Nach einer Untersuchung entscheidet ein Fachmann, ob das Fahren weiterhin verantwortbar ist. Eine Anpassung des Autos ist oft sinnvoll: Der ADAC empfiehlt zu prüfen, ob spezielle Hebel, zusätzliche Spiegel oder technische Hilfen mehr Komfort und Sicherheit bringen können.
Die offiziellen AWMF-Leitlinien und Studien wie „Die Unfallchirurgie“ oder „Orthopedics“ bestätigen: Individuelle Entscheidungen sind hier Trumpf. Eine Rückkehr ans Steuer nach einer OP gelingt meist gemeinsam mit dem behandelnden Arzt – pauschale Zeiträume gibt es keine. Jede Situation ist anders:
„Es gibt keine starre Regel, ab wann wieder gefahren werden kann“, heißt es dazu explizit.
Auch Interessant:
Krebs-Anzeichen beim Abendessen: Achten Sie auf diese Symptome
Ein unglaublicher Irrtum: Wie konnten zwei Babys 35 Jahre vertauscht leben?
Was bewirken kalte Duschen wirklich bei Stress und Motivation?
Verwendete Quelle:
Arthrose kann beim Autofahren zur Gefahr werden – was Betroffene wissen sollten







