Vogelgrippe bei Nerzen nachgewiesen: Wieso wir Menschen jetzt unbedingt vorsichtig sein sollten

Beunruhigend: Bei Nerzen breitet sich aktuell das Vogelgrippe-Virus H5N1 rasend schnell aus. Virolog:innen schlagen deshalb Alarm, denn dieses Virus könnte auch auf den Menschen überspringen.

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Das sind keine guten Nachrichten! Kaum ist die Corona-Pandemie einigermaßen überstanden, steht offenbar schon das nächste gefährliche Virus in den Startlöchern. Der Vogelgrippe-Erreger hat die Artenschranke überwunden und wurde nun bei Säugetieren nachgewiesen. Virolog:innen auf der ganzen Welt schlagen Alarm.

Droht nun direkt die nächste Zoonose?

Offenbar haben sich nun Nerze mit der Vogelgrippe infiziert. Der in Spanien entdeckte H5N1-Stamm der Vogelgrippe wurde durch Labortests identifiziert. Diese Entwicklung alarmiert die Virolog:innen weltweit, denn damit sind erstmals Säugetiere durch H5N1 erkrankt, so dailymail.com.

Der nächste Schritt könnte eine Mutation sein, sodass das Virus auch Menschen befällt. Da es sich hier um eine Zoonose handelt, sind Expert:innen extrem besorgt. Überwindet dieses Virus die Artenschranke von Vogel zu Mensch, könnte bald schon die nächste Pandemie die Menschheit heimsuchen.

Die erste Mutation

Das fragliche H5N1-Virus brach erstmals in Galicien im Nordwesten von Spanien im Oktober 2022 aus. Professorin Isabella Eckerle, Virologin am Zentrum für neu auftretende Viruserkrankungen der Universität Genf,hält die Entwicklung für besorgniserregend.

Auch andere Expert:innen befürchten, dass sich durch das Ausbreiten des Virus unter Nerzen ein neuer Hybrid entwickeln könnte. Dieses Rekombinations-Ergebnis hat vermutlich im Jahr 2009 zur Pandemie der Schweinegrippe geführt. Millionen Schweine waren damals weltweit betroffen.

Vogelgrippe: Echter Pandemie-Anwärter

Bereits seit vielen Jahrzehnten warnen Wissenschaftler:innen davor, dass die Vogelgrippe die nächste Pandemie werden könnte, die auch uns Menschen betrifft. Sollte sich die Gefahr einer Rekombination bewahrheiten, könnte der tödliche Stamm der Vogelgrippe mit einer saisonalen Grippe verschmelzen. Die Folgen wären katastrophal.

Dr. Jeremy Ratcliff, leitender Wissenschaftler des Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory in Maryland, beruhigt dagegen. Aus seiner Sicht gäbe es keinen Grund zur Panik. Da der Ausbruch vor zwei Monaten beendet wurde, bestünde erstmal keine akute Gefahr. Trotzdem sei die Übertragung von Säugetier zu Säugetier besorgniserregend.

Umstrittene Forschung

Irritierend sind in diesem Zusammenhang die höchst umstrittenen Experimente des niederländischen Wissenschaftlers Ron Fouchier. Er hat im Zuge seiner Forschungen H5N1 soweit optimiert, dass Frettchen damit besser infiziert werden konnten.

Sowohl die wissenschaftliche Gemeinschaft als auch die Sicherheitsbehörden äußerten große Bedenken. Zu sehr ähnelt das Experiment der Herstellung von Biowaffen.

Bisher ein einziger Mensch angesteckt

Zum bisher einzigen bekannten Fall einer Ansteckung mit dem H5N1-Virus bei einem Menschen ist es bislang in Großbritannien gekommen. Ein pensionierter Ingenieur in Devonsoll sichbei seinen infizierten Enten angesteckt haben, berichtet mallorcazeitung.es.

Fachleute erklären, dass das H5N1-Virus normalerweise nicht in der Lage ist, Zellen zu durchdringen und so eine Infektion auszulösen.

Verwendete Quellen:

Dailymail.co.uk: Neue Vogelgrippe-Pandemie-Ängste, da Top-Virologen Alarm schlagen über "besorgniserregende" Ausbreitung des Killervirus beim Nerz

Mallorcazeitung.es: Vogelgrippe bei Nerzen in Spanien - 52.000 Tiere auf Farm bei La Coruña getötet

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