Künstliche Vulkanausbrüche und weiße Städte: So wollen Forschende die Erde retten

Das Solar-Geoengineering ist eine umstrittene Methode. Doch Forschende sind sich sicher, dass es möglich ist, die Klimaerwärmung durch künstliche Abkühlung unseres Planeten zu verlangsamen.

Künstliches Abkühlen der Erde: Solar-Geoengineering soll der Erderwärmung entgegenwirken
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Durch den Klimawandel sind nicht nur hunderttausende Arten vom Aussterben bedroht. Er birgt auch ganz andere Gefahren, unter denen vor allem die kommenden Generationen leiden werden.

So gefährdet die Permafrost-Schmelze Mensch und Tier durch die Freigabe von Methan und einige Länder werden bis zum Jahr 2070 wegen der Hitze unbewohnbar werden.

Mit Solar-Geoengineering die Erde kühlen

Obwohl diese Herangehensweise sehr umstritten ist, gehen einige Expertinnen und Experten davon aus, dass es möglich ist, unseren Planeten auf künstliche Weise zu kühlen.

So könnte man die Klimaerwärmung verlangsamen oder im besten Fall stoppen. Für das, was sich "Solar-Geoengineering" nennt, sehen die Forschenden drei vielversprechende Verfahren.

Künstlich erzeugte Vulkane

Der Auslandsrundfunk Deutsche Welle berichtet von Professor David Keith, der an der Universität Harvard an diesem Thema forscht. Vulkane scheinen die eine Möglichkeit darzustellen.

Genauer gesagt, der Ausbruch eines Vulkans und die Aschewolken, die dieser verursacht. Durch deren Ausbreitung über eine große Fläche kühlt die Erde ab.

1991 konnte auf den Philippinen genau das beobachtet werden, als sich die Erde durch die Asche- und Gaswolken nach dem Ausbruch des Pinatubo-Vulkans ein halbes Grad abkühlte.

Um diesen Effekt künstlich zu erzeugen, wollen die Forschenden zwischen 15 und 50 Kilometern über der Erdoberfläche Schwefel-Aerosole in die Stratosphäre einbringen.

Dort knüpfen an die Wasserpartikel an und reflektieren mehr Sonnenlicht, als sonst. Doch damit dieser Zustand dauerhaft anhält, müssen Ballons, Flugzeuge riesige Türme, oder andere Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Der "Meeres-Spiegel"

Eine Methode, mit der die Erdtemperatur um 0,5 Grad gesenkt werden könnte ist das sogenannte "Ocean foaming” oder "Microbubbles”. Dabei soll das Meer mit Schaum bedeckt werden.

Da ca. 70 % der Erdoberfläche aus Meer bestehen und seine dunkle Tiefe nur wenig Sonnenlicht reflektiert, sehen die Forschenden eine Chance darin, diese riesige Fläche aufzuhellen.

Dr. Corey Gabriel, Klimawissenschaftler an der University von Kalifornien in San Diego erklärt, dass dieser Schaum zehn mal mehr Sonneneinstrahlung reflektieren könnte, als das Meer.

Die Verteilung des Schaums durch Containerschiffe auf der ganzen Welt oder durch das Aufwirbeln im Kielwasser spezieller Schiffe sind Ideen zur Umsetzung.

Städte in weiß

Diesem Schema folgt eine ähnliche Idee, nämlich große städtische Gebiete durch das Streichen der Hauswände und Dächer in weißer Farbe aufzuhellen.

Das würde vor allem in Städten wie New York helfen, wo es im Sommer bis zu zwölf Grad wärmer ist, als in der Umgebung, wo Pflanzen Schatten spenden.

Die Häuser zu streichen, ist nicht nur günstig, sondern auch effektiv. Ein weißes Dach ist etwa 30 Prozent kühler als ein schwarzes. In heißen Ländern ist diese Methode bereits gang und gäbe. Professor Sonia Seneviratne, Klimawissenschaftlerin an der ETH Zürich erklärt:

Lokale Temperaturen könnten um etwa ein Grad gesenkt werden. An sehr heißen Tagen, an denen man sehr hohe Sonneneinstrahlung hat, könnte der Effekt sogar noch höher sein.

Die Gefahren von Geo-Solarengineering

Trotz all den Vorteilen, die diese innovativen Methoden versprechen, bergen sie auch einige Nachteile und Gefahren, vor allem die Vulkan- sowie die Schaummethode.

Das künstliche Herabsenken der Erdtemperatur könnte Wetterextreme oder sauren Regen aulösen oder die Ozonschicht beschädigen. Es könnte sogar als Klimawaffe missbraucht werden.

Das Meer als Spiegel zu benutzen, würde sehr wahrscheinlich starke Auswirkungen auf die Ökosysteme im Meer und womöglich auf das Klima und lokale Wetterereignisse haben.