Warum ihr niemals eine Spinne in eurem Haus töten solltet

Warum ihr niemals eine Spinne in eurem Haus töten solltet

Ein amerikanischer Forscher warnt vor einer harmlos erscheinenden Handlung: Dem Töten einer Spinne. Manchmal wirken die achtbeinigen Tierchen sicher abstoßend, aber im Alltag sind sie uns in Wirklichkeit eine große Hilfe. Die kleinen Mitbewohner in unserem zu Hause schützen uns vor Schädlingen und können sogar die Übertragung bestimmter Krankheiten verhindern.

„Beendet das Massaker!“: Der amerikanische Entomologe Matt Bertone schlägt Alarm und veröffentlicht ein Plädoyer für den Schutz von... Spinnen! Es wurde auf der Seite von The Conversation veröffentlicht und es handelt sich dabei um eine wahre Lobeshymne auf unsere achtbeinigen Freunde.

„Tötet die nächste Spinne, die ihr bei euch zu Hause seht, nicht“, fordert Matt Bertone, der sogleich Argumente hierfür liefert, auch wenn diese auf den ersten Blick sehr überraschend scheinen: „Warum? Weil Spinnen ein wichtiger Teil der Natur und auch ihres inneren Ökosystems sind – sie sind unsere Freunde“, erläutert der Experte. Man muss schon zugeben, dass diese kleinen Tierchen, die oft – seien wir ehrlich – ganz schön abstoßend wirken, uns wertvolle Dienste leisten.

Unter anderem fangen und verschlingen Spinnen bestimmte, schädliche Insekten, die sonst unsere Wohnungen erobern könnten. Die meisten Bewohner der Spinnennetze, die manchmal von den Decken unserer Wohnungen hängen, sind weder aggressiv noch gefährlich und befreien uns manchmal sogar von ihren Artgenossen.

Unbeabsichtigtes Eindringen

Wie der Spezialist betont, ist ihr Eindringen in unsere Wohnungen oft weder willentlich noch endgültig. Manche Spinnen landen unabsichtlich in Wohnungen und werden eingesperrt, wenn wir die Eingangstür abschließen. Sie nutzen dann die nächstbeste Gelegenheit, um wieder nach draußen zu gelangen. Denn für viele Spinnen ist das Leben draußen angenehmer.

Um das Leben der Spinnentiere genauer zu erforschen, haben Matt Bertone und seine Kollegen Aufnahmen von Spinnen in ca. 50 Häusern in North Carolina in den USA gemacht. Ihr Ziel: Die Artenvielfalt in urbanen und suburbanen Zonen zu analysieren. Die Ergebnisse ihrer Forschungen sind vielsagend. Von den 50 besichtigten Häusern gab es kein einziges, in dem keine Spinnen lebten.

Ein Bollwerk gegen Schädlinge

Was die Nahrung angeht, so sind Spinnen dafür bekannt, dass sie nicht wählerisch sind und jede Menge Insekten verspeisen, die in den Haushalten vorkommen. Neben anderen Beutetieren haben Spinnen eine Vorliebe für Mücken. Sie fangen diese Insekten in ihren Netzen aus Seide und retten uns so vor ihren Stichen.

In Afrika gibt es sogar einige Arten, die in der Lage sind, unter den Mücken diejenigen zu wählen, die mit Blut vollgesogen sind, also die Weibchen, wie eine Studie zeigte, die 2005 durchgeführt und in den PNAS veröffentlicht wurde. Allgemein wird anhand der Studie deutlich, dass die Spinnen uns von Schädlingen befreien, die, zusätzlich dazu, dass sie angsteinflößend wirken, auch noch Krankheiten übertragen können. „Wenn Sie eine Spinne töten, kostet das also nicht nur die Spinne ihr Leben, sondern es kann Ihr Haus auch um einen wichtigen Jäger bringen“, warnt Matt Bertone.

Und die Spinnen liegen definitiv nicht auf der faulen Haut. Laut einer Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, leben auf unserem Planeten ca. 25 Millionen Tonnen Spinnen, die pro Jahr zwischen 440 und 880 Millionen Tonnen Insekten verspeisen.

Ein Beweis für ein gesundes Haus

Auch wenn die Entdeckung eines Spinnennetzes manche Menschen anekelt oder sie sogar in Panik versetzt, handelt es sich dabei keinesfalls um ein Anzeichen von mangelnder Hygiene, wie oft angenommen wird. Ganz im Gegenteil: Spinnentiere sind sehr anspruchsvoll, was ihr Umfeld angeht, was sie zu einem Anzeichen dafür macht, dass ein Haus gesund ist.

Auch interessant
Größte Spinne der Welt überrascht Forscher mitten im Urwald

Wenn also Spinnen eure Bleibe auswählen, ist sie weder zu warm noch zu feucht. Wenn ihr sie im Garten antrefft, gilt für ihn dasselbe: Er ist gesund und nicht mit Pestiziden oder anderen Chemikalien belastet.

Spinnen nach draußen setzen

So angsteinflößend wie sie auch wirken mögen – man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass Spinnen in der Regel ungefährlich sind. Wir sind eine viel größere Gefahr für sie als sie für uns. Für Menschen, die unter einer Phobie vor Spinnen leiden, ist die einfachste und friedfertigste Lösung, die Achtbeiner nach draußen zu befördern, wie Matt Bertone erklärt:

„Wenn Sie diese Spinne in Ihrem zu Hause, in Ihrer Garage oder wo auch immer wirklich nicht ertragen können, versuchen Sie lieber, sie einzufangen und nach draußen zu bringen, anstatt sie umzubringen. Sie wird sich einen neuen Ort suchen und beide Parteien werden zufrieden mit diesem Ausgang sein.“ Wir sollten besser lernen, mit diesen Mitbewohnern zusammenzuleben, anstatt sie umzubringen, denn letzten Endes sind sie uns wohlgesonnen... zumindest die meisten von ihnen! Falls ihr Angst vor Spinnen habt, haben wir ein paar Tipps parat, die unsere tierischen Freunde am Leben erhalten und euch ganz entspannt werden lassen 

Simone Haug
Weiterlesen
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen