Wegen Sexismus: Sächsischer Waffel-Verkäufer muss den Laden dicht machen!

Wegen Sexismus: Sächsischer Waffel-Verkäufer muss den Laden dicht machen!

Erneut entbrennt in Deutschland eine Sexismus-Debatte, diesmal in Sachsen. Im ihrem Mittelpunkt steht ein Waffel-Verkäufer aus Leipzig, dessen Bude für Kritik sorgt. Darauf zu sehen ist eine leicht bekleidete Frau, die für das Gebäck wirbt. Das Video zeigt den Verkaufswagen und Reaktionen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Wie viel nackte Frauenhaut darf im öffentlichen Raum zu sehen sein? Das Rathaus in Heikendorf in Schleswig-Holstein musste kürzlich mehrere Gemälde verhüllen, die als "Hommage an die Schönheit der Weiblichkeit“ gedacht waren. In Berlin ist ein spanisches Gedicht von der Fassade einer Berufsschule verschwunden, das einigen Eltern, Lehrern und Schülern ein Dorn im Auge war.

Leipzig verbannt sexistische Werbung aus dem öffentlichen Raum

Der Stadtrat von Leipzig gilt als Vorreiter in Sachen Sexismus-Bekämpfung und geht in seinem Engagement gegen sexistische Werbung nun einen entscheidenden Schritt. Nach dem Verbot für öffentliche Werbeflächen soll frauenfeindliche Reklame künftig auch von Veranstaltungen verbannt werden, die auf öffentlichen Plätzen stattfinden. Dazu zählt auch das Stadtfest.

Ein Waffelverkäufer muss umdenken

Die Werbung eines Waffel-Verkaufswagens auf eben diesem Fest sorgt bei Kommunalpolitikerinnen parteiübergreifend - mit Ausnahme der AfD - für Unmut. Es zeigt eine leicht bekleidete Frau im Comic-Stil, die heiße Waffeln serviert. Aus Sicht der Kritiker handelt es sich um eine sexistische Darstellung oder gar Pornografie, da die Frau zum Objekt verkommt. Zwar dürften Frauen im Bikini durchaus für Bikinis werben, aber eben nicht für Essen. 

Der Waffel-Stand war mehrfach Thema in den sächsischen Medien. Der Inhaber möchte gegenüber dem Deutschlandfunk keine Stellung beziehen, sagt aber, dass er kein Verständnis für das geplante Verbot der Stadt habe. Auch in der Bevölkerung sorgt die Entscheidung für Kopfschütteln. Andere Budenbesitzer finden diese völlig übertrieben.

• Philipp Hornung
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