„Wir sind Menschen“: Auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius bestimmt das Hantavirus den Alltag
Drei Todesfälle und etliche Erkrankte auf der "Hondius" werfen Fragen und Ängste auf. Was wirklich an Bord passiert und wie es den Menschen dort geht, sorgt für emotionale Einblicke.
Eine Lage, die kaum jemand durchstehen möchte: Rund 150 Menschen sind auf der MV Hondius, einem kleinen Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde, isoliert. Statt einer erholsamen Reise beherrscht ein Verdacht das Geschehen – das gefährliche Hantavirus. Drei Todesfälle sind bestätigt, und laut Weltgesundheitsorganisation gibt es sieben Erkrankte. Während das Schiff noch auf offener See treibt, kämpfen Passagiere und Crew mit Angst, Hoffen und dem Wunsch nach rascher medizinischer Hilfe.
Zwischen Ungewissheit und Hoffnung: So lebt es sich an Bord der Hondius
Der amerikanische Reiseblogger Jake Rosmarin beschreibt seine Gefühle:
„Ich bin gerade auf der MV ‚Hondius‘, und was hier gerade passiert, ist für uns alle sehr real.“
Tränen zeigt sein Video, doch es macht auch klar:
„Wir sind nicht nur eine Geschichte, nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit Leben, mit Menschen, die zuhause auf uns warten.“
Stunden des Wartens und der Unsicherheit prägen den Alltag an Bord.
Die Mannschaft hält die Stellung. Der einzige Arzt an Bord befindet sich eigenen Angaben zufolge in kritischem Zustand und soll schnellstmöglich per Luftambulanz auf die Kanarischen Inseln ausgeflogen werden. Bei den Erkrankten ist die Sorge groß:
„Es gibt viele Ungewissheiten, und das ist das Schwierigste. Alles, was wir jetzt wollen, ist Sicherheit, Klarheit und nach Hause zu kommen.“
Diese Worte von Rosmarin machen das Bedürfnis nach Schutz und Orientierung spürbar.
Rettungsplan steht: Spanien gibt grünes Licht für Anlegen auf den Kanaren
Am 6. Mai bestätigten Behörden, dass die Hondius auf den Kanarischen Inseln anlegen darf. In drei bis vier Tagen sollen die rund 150 Menschen – Crew und Passagiere – dort eintreffen. Das spanische Gesundheitsministerium koordiniert die medizinische Versorgung gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) prüft, welche Personen dringend evakuiert werden müssen.
Geplant ist, den kranken Bordarzt und drei weitere schwer Erkrankte in die Niederlande auszufliegen – denn das niederländische Außenministerium will zügig helfen. Hierbei ist mindestens ein niederländischer Staatsbürger betroffen. Alle anderen an Bord werden nach Ankunft ärztlich untersucht, behandelt und sofern möglich in ihre Heimatländer zurückgebracht.
Oceanwide Expeditions, Betreiber des Schiffes, gab bisher nur bekannt, dass unter den verstorbenen Patienten ein niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Frau sind. Die genaue Anlaufstelle auf den Kanaren steht noch nicht fest. Erst nach Ankunft soll entschieden werden, wie es für jeden Einzelnen weitergeht.
Zwischen Verunsicherung und Hoffnung: Die Passagiere blicken weiter nach vorn
Rosmarin schildert, wie schwer es ihm fiel, sich öffentlich zur Lage zu äußern: „es war nicht einfach“, sagte er später. Trotz aller Herausforderungen bringt er seine Dankbarkeit für die Crew zum Ausdruck:
„Ich bin sehr dankbar. Es gibt zwar noch einige Ungewissheiten, aber es ist beruhigend zu wissen, dass es einen Plan gibt, und ich hoffe, bald weitere Neuigkeiten mitteilen zu können.“
Die Aussicht auf geplante Rettungsmaßnahmen gibt vielen Betroffenen Hoffnung. Menschen aus unterschiedlichen Ländern halten zusammen, um die Nerven zu bewahren, während die Hilfe vorbereitet wird.
Ob weitere Opfer durch das Hantavirus folgen, bleibt unklar. Fest steht, dass hinter den Nachrichten von der Hondius echte Personen stehen – mit Ängsten, Zweifeln und einem Wunsch: gesund nach Hause zu kommen.
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"Wir sind nicht nur Schlagzeilen": Passagier meldet sich mit Tränen in den Augen