Putin 2022 © Photo by kremlin.ru on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Putin_2022.jpg
Veröffentlicht am 29/06/2026 um 11:25 von der Redaktion

Rätsel um Tod von Putins KGB-Kumpel

Ein enger Kamerad von Putin ist nicht mehr da. Sergej Iwanow stirbt mit 73 – und sein Tod wirft viele Fragen auf.

Kaum eine Nachricht hat Moskau heute so aufgerüttelt wie diese: Sergej Iwanow, langjähriger Weggefährte von Putin und einst eine der einflussreichsten Figuren im russischen Machtapparat, ist tot. Bereits am Morgen sickerten erste Informationen durch, nachdem die VTB United League den Todesfall öffentlich machte. Und nur wenig später bestätigte auch der Kreml die traurige Nachricht:

„Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Sergej Iwanow heute verstorben ist.“

Die genaue Todesursache bleibt dabei im Dunkeln – ein Fakt, der im politischen Moskau schnell Spekulationen anheizt.

Die Bestätigung aus dem Kreml kam schnell und zeigte deutlich, wie wichtig Iwanow in der russischen Machtstruktur war. Seit Jahren gab es immer wieder Gerüchte über seinen Gesundheitszustand, doch niemand hatte mit so einem plötzlichen Ende gerechnet. Iwanows Rolle war nicht nur politisch, sondern auch symbolisch für die Generation von KGB-Kadern, die das heutige Russland formten.

Vom KGB zur Macht: Sergej Iwanows steiler Aufstieg

Iwanow und Putin lernten sich im KGB kennen und entwickelten eine enge Verbindung, die sich durch ihre gesamte politische Laufbahn zog. Iwanow, der ursprünglich als Übersetzer ausgebildet wurde, startete seine Karriere in den sowjetischen Nachrichtendiensten, bevor er in die russische Sicherheitsarchitektur wechselte. Über fast drei Jahrzehnte hinweg übernahm er zentrale Funktionen im russischen Staat, darunter Minister für Verteidigung, Vize-Regierungschef und Chef der Präsidialverwaltung. Zudem war er über viele Jahre Mitglied des Sicherheitsrats der Föderation und somit tief in die strategischen Entscheidungsprozesse eingebunden.

Sein Einfluss musste sich nicht hinter jenem Putins verstecken, der als sein Kamerad seit langem in den gleichen Kreisen unterwegs war. Gemeinsam repräsentierten sie eine Elite, die oft als das Rückgrat des modernen Russland bezeichnet wird. Iwanows Fähigkeit, sich in diesem Machtgefüge zu behaupten, belegt seinen festen Platz an Putins Seite.

Eine Karriere voller Wendepunkte – und ein Abgang im Schatten

2008 stand Iwanow kurz davor, Putins Nachfolger als Präsident zu werden. Da Putin damals verfassungsgemäß nicht erneut kandidieren durfte, galt Iwanow als einer der Top-Kandidaten. Überraschend entschied sich Putin jedoch für Dmitri Medwedew, womit Iwanow in eine Nebenrolle abrutschte. Die politische Landschaft war damit klar geprägt von Rivalitäten, insbesondere als die russische Verfassung 2012 so verändert wurde, dass Putin zurückkehren konnte – zu Lasten der möglichen Ambitionen von Iwanow und Medwedew.

Nach 2016, als er als Chef der Präsidialverwaltung abgelöst wurde, zog sich Iwanow merklich aus den vordersten Reihen der Macht zurück. Bis zu seinem Rücktritt als Sonderbeauftragter des Präsidenten Anfang 2026 verringerte sich sein Einfluss weiter. In dieser Phase machten sich immer wieder Gerüchte über eine ernsthafte Krankheit breit, doch offizielle Bestätigungen blieben aus. Sein schrittweiser Rückzug wirkte still und unspektakulär, besonders angesichts seiner früheren Positionen im Zentrum des russischen Machtgefüges.

Dieser schleichende Abgang markiert das Ende einer Ära, in der Iwanow eine Schlüsselfigur war – vom Schattenmann des KGB bis zum Vertrauten des mächtigsten Präsidenten Russlands.

Unbequeme Loyalität, internationale Sanktionen

Iwanows Karriere war nicht nur von innerstaatlicher Bedeutung. Auf der internationalen Bühne zeichnete er sich als entschiedener Befürworter der Krim-Annexion sowie des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine aus. Wegen dieser Haltung fanden sich sein Name und seine Person auf zahlreichen Sanktionenlisten der EU, der USA und weiterer westlicher Staaten wieder. Diese Sanktionen schränkten zwar seine internationalen Freiheiten ein, bremsten ihn jedoch nie in seiner loyalen Unterstützung Putins.

Sein Rückzug im Februar 2026 als Präsidentenbeauftragter ließ alte Machtspiele vermuten, doch nun, mit seinem Tod, stellt sich die Frage, wie es mit der russischen Führung weitergeht. Wer füllt die Lücke, die der treue Vertraute hinterlässt? Und welche politischen Richtungen werden dabei eingeschlagen? Die kommenden Wochen und Monate dürften Antworten bringen, während Moskau mit dem Verlust einer seiner prägenden Figuren ringt.

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Sergej Iwanow tot: Rätsel um Vertrauten von Putin