„Ich und Italien betteln niemals“ sagt Giorgia Meloni zu Donald Trump © @ giorgiameloni
Veröffentlicht am 23/06/2026 um 11:45 von der Redaktion

„Ich und Italien betteln niemals“ sagt Giorgia Meloni zu Donald Trump

Ein TV-Auftritt von Donald Trump sorgt für diplomatische Turbulenzen: Mit seiner überraschenden Behauptung bringt der US-Präsident Giorgia Meloni ordentlich auf die Palme. Was steckt hinter dem Streit und wie reagiert Italien?

Im Zuge eines TV-Interviews auf dem italienischen Sender La7 sorgte Donald Trump mit einer ungewöhnlichen Behauptung für Aufsehen. Er behauptete, bei dem letzten G7-Gipfel habe Giorgia Meloni ihn geradezu angebettelt, um ein gemeinsames Foto zu machen. Diese Aussage sorgte für Verwunderung und wurde von der italienischen Ministerpräsidentin unverzüglich zurückgewiesen. Meloni, die auf Instagram über 7,1 Millionen Follower zählt, reagierte prompt und erklärte, dass diese Darstellung schlichtweg nicht der Wahrheit entspreche. In einer klaren Videobotschaft ließ sie Trumps Aussage nicht unwidersprochen stehen und machte deutlich, dass sie solche Unterstellungen nicht auf sich sitzen lasse.

Giorgia Meloni kontert: „Völlig erfunden“ und „fassungslos“

Eiskalt hat Meloni auf Instagram zu Trumps Behauptung zurückgeschossen. Sie veröffentlichte eine Videobotschaft, die mehr als nur ein Dementi war. Für sie sei es „komplett erfunden“, was der US-Präsident da erzähle. Wörtlich sagt sie:

„Sofortige Stellungnahme. Die Aussagen von Donald Trump sind völlig erfunden. Ich bin ehrlich gesagt fassungslos und weiß nicht, warum sich der Präsident der Vereinigten Staaten so gegenüber seinen Verbündeten verhält.“

Mit einer Mischung aus Enttäuschung und deutlicher Ansage geht sie weiter:

„Ich kann nur sagen, dass es schade ist, dass er nicht dieselbe Entschlossenheit gegenüber den Feinden des Westens zeigt, gegenüber den Feinden der Vereinigten Staaten, gegenüber Führungspersönlichkeiten, mit denen er sich hingegen viel nachgiebiger verhält. Aber eines sollte er sich merken: Ich und Italien betteln niemals.“

Wer Meloni kennt, weiß: Solche Worte sind alles andere als leere Drohungen – die Italienerin steht zu ihrer Linie.

Diplomatische Folgen: Antonio Tajani sagt USA-Reise ab

Melonis Ärger bleibt nicht folgenlos. In Rom sorgt der Vorfall für massive Empörung, die bis in die Regierungsspitze reicht. Außenminister Antonio Tajani griff kurzerhand zum digitalen Mikrofon und sagte per X-Post seine längst geplante USA-Reise am 21. und 22. Juni kurzerhand ab. Seine Begründung fiel so scharf aus wie selten:

„Die schweren und beleidigenden Worte des Präsidenten Trump gegenüber der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beleidigen ganz Italien. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, meinen Besuch in den Vereinigten Staaten, der für die kommenden 21. und 22. Juni geplant war, abzusagen.“

Damit reagiert Italien deutlich – diplomatische Geste und politische Ansage in einem.

Eine Beziehung voller Spannungen und Misstrauen

Das Verhältnis zwischen Rom und Washington war schon oft pragmatisch, aber selten spannungsfrei. Ziemlich eisig wurde es zuletzt beim Konflikt rund um den Iran, als Italien die Nutzung einer Luftwaffenbasis in Sizilien für US-Operationen verweigerte. Damals kritisierte Trump schon den angeblich mangelnden Rückhalt der Italiener. Nun ist der Ton zwischen ihm und Meloni endgültig rau geworden – und der öffentliche Streit zeigt: Hier geht es längst um Stolz und Prinzipien, nicht nur um Fotos und Eitelkeiten.

Der verbale Schlagabtausch offenbart, wie sensibel die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern mittlerweile sind. Denn während Meloni sich vehement gegen unbelegte Behauptungen wehrt, werfen solche Vorwürfe einen Schatten auf die Zusammenarbeit zwischen den USA und Italien. Ob der Eklat Nachwirkungen auf künftige Treffen oder Kooperationen hat, bleibt abzuwarten. Blickt man jedoch auf die jüngsten Ereignisse, zeigt sich: Die politischen Fronten sind verhärtet, und gegenseitiges Verständnis scheint rar.

Auch Interessant:

„Fliegendes Weißes Haus“: Trump zeigt seinen neuen Air Force One aus Katar

„Kamehameha“ beim G7: Emmanuel Macron sorgt für Schmunzeln am Gipfel

„Mette-Marit hat eine Spenderlunge erhalten“ Hoffnung für Norwegens Kronprinzessin

Verwendete Quelle:

Giorgia Meloni: Italiens Ministerpräsidentin stellt Donald Trump als Lügner bloß