"Diskriminierend": WHO kündigt neuen Namen für Affenpocken an

Auf das Coronavirus folgen die Affenpocken: Doch der Name steht in der Kritik. Die WHO reagiert.

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, da betritt schon die nächste Virusgefahr die Weltbühne: Die Affenpocken. Seit einigen Wochen ist der Name dieser Krankheit in aller Munde. Doch damit könnte demnächst Schluss sein: Denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert auf Kritik und will das Virus umbenennen.

"Diskriminierend und stigmatisierend"

Nach eigenen Angaben ist die WHO auf der Suche nach einem neuen Namen für die Affenpocken. Vor Journalisten in Genf (Schweiz) erklärt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus laut ntv, es sollten sobald wie möglich Vorschläge für einen neuen Namen erarbeitet werden.

Zuvor hatten 30 Wissenschaftler:innen in einem im Fachforum Virological veröffentlichten Appell einen "nicht-diskriminierenden" und "nicht-stigmatisierenden" Namen für das Affenpocken-Virus gefordert. Sie schreiben:

Wir ermutigen die Fachgemeinschaft, grundsätzliche neutrale Benennungen zu wählen.

Es gehe darum, "unnötige negative Auswirkungen auf Nationen, geografische Regionen, Volkswirtschaften und Menschen" auszuschließen. Der Verweis auf einen "afrikanischen" Ursprung des Virus' sei "nicht nur unzutreffend, sondern auch diskriminierend und stigmatisierend".

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine Variante der vor mehreren Jahrzehnten ausgerotteten Pocken. Sie gelten als weniger gefährlich. Typische Symptome sind Fieber und Hautausschläge.

Angesichts der aktuellen Häufung von Infektionen, ruft die WHO zur Eindämmung der Zahl der Sexualpartner:innen auf und empfiehlt vergleichbare Barrieremaßnahmen wie gegen Covid-19.

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