"Eine Forderung, die wir nicht sofort umsetzen": Karl Lauterbach ärgert sich über RKI

Gestern haben sich Bund und Länder getroffen, um über weitere Maßnahmen bezüglich der Omikron-Variante und des Pandemiegeschehens zu beraten. Doch Karl Lauterbach ärgert sich über das Robert Koch-Institut (RKI).

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat schon vor Längerem vor dem Ernst der Lage gewarnt. Als die Omikron-Variante entdeckt wurde, warnt er vor einer möglichen Katastrophe, wenn eine neue Variante mitten in eine laufende Welle gerät.

Doch genau dies scheint jetzt der Fall zu sein. Auch wenn die Symptome milder scheinen, ist die Ansteckungsrate enorm hoch - Omikron verbreitet sich rasant und ist schon in einigen Ländern die dominierende Variante oder auf dem Weg, sie zu werden. Auch in Deutschland vermuten Expert:innen, dass dies im Januar der Fall sein wird.

Bund-Länder-Konferenz zu Maßnahmen wegen Omikron

Aus diesem Grund haben sich gestern Bund und Länder getroffen und stundenlang beraten, welche Maßnahmen in der Folge notwendig sind. Kontaktbeschränkungen für alle war einer der Punkte, der die Diskussion bestimmte.

So war bereits im Vorhinein bekannt, dass Bundeskanzler Olaf Scholz ein Kontakte-Limit in Erwägung zog, das sowohl Geimpfte, Genesene als auch Ungeimpfte betreffen sollte. Der Bild lagen diese Entwürfe bereits im Vorhinein vor.

RKI veröffentlicht kurz vorher strengere Forderungen

Noch vor der Bund-Länder-Besprechung veröffentlicht jedoch das Robert Koch-Institut Forderungen an die Bevölkerungen, die an einen Lockdown erinnern. Maximale Kontaktbeschränkungen wären laut RKI notwendig, denn die Gefahr sei selbst für doppelt Geimpfte hoch.

Diese Forderung heizt die Diskussionen während des Treffens an, so meint etwa Karl Lauterbach, dass diese Veröffentlichung "nicht abgestimmt" gewesen wäre, so die dpa:

Ich lege viel Wert auf die wissenschaftliche Beratung auch durch das RKI, wir arbeiten Hand in Hand. Aber im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit des RKI kann es auch schon mal eine Forderung geben, die wir nicht sofort umsetzen.

Wie die Tagesschau berichtet wurde im Zuge des Bund-Länder-Treffens an der Maßnahme der Kontaktbeschränkung ab 28. Dezember von maximal zehn Personen und für Ungeimpfte mit einem Haushalt plus zwei Personen festgehalten - neben anderen Beschlüssen. Doch es wird Kritik laut, dass dies nicht genug sein könnte und ein Lockdown notwendig wird...

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