So stark profitiert Dresden von der Kaisermania: "Damals war alles noch kleiner und einfacher"
Wenn Roland Kaiser auf die Bühne am Elbufer kommt, herrscht in Dresden Ausnahmezustand. Eine aktuelle Studie verrät jetzt, wie viel Geld die Kaisermania tatsächlich in die Stadtkasse spült.
Vier Abende lang verwandelt sich das Königsufer in Dresden in ein Mekka für Schlagerfans. Die Kaisermania mit Roland Kaiser hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einem musikalischen Highlight gemausert, sondern lässt auf dem Konto der Stadt kräftig die Kassen klingeln. Schon Monate vorher sind alle Tickets restlos vergriffen, fast 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kommen in diesem Sommer an die Elbe. Doch was steckt wirtschaftlich wirklich hinter dem Event und wie stark profitieren die lokale Wirtschaft und der Tourismus eigentlich von diesen Konzerten?
Der Tourismusverband Dresden (TVDD) hat sich dieser Frage angenommen und stützt sich dabei auf eine aktuelle Studie der Dresden Marketing GmbH, die bereits 2023 die wirtschaftlichen Effekte von Open-Air-Konzerten in Dresden untersucht hatte. Dabei zeigt sich, dass die Kaisermania nicht nur ein kulturelles Highlight ist, sondern auch den städtischen Handel, die Gastronomie und vor allem die Hotelbranche kräftig ankurbelt.
Ein echter „touristischen Leuchtturm“
Die Tourismusbranche in Dresden jubelt über das Event: „touristischen Leuchtturm“, so bezeichnet Martin Raich, Vizepräsident des Tourismusverband Dresden (TVDD) und Direktor des Hilton Dresden, das Open-Air-Spektakel. Kein Wunder, denn laut der aktuellen Auswertung des TVDD generiert die Kaisermania 2026 einen Gesamtumsatz von 21,5 Millionen Euro für Hotels, Gastronomie und Einzelhandel – und das allein bei vier Konzertabenden. Im Vergleich zum Jahr 2023, als bereits 16 Millionen Euro umgesetzt wurden, ist der wirtschaftliche Impact also nochmals deutlich gestiegen.
Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Beliebtheit der Konzerte, sondern auch deren wichtige Rolle als Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Besonders das Hotelgewerbe profitiert enorm, denn viele Besucher verbringen mehr als nur den Konzertabend in Dresden. Auch Lokale und Geschäfte entlang des Königsufers und in der ganzen Stadt spüren den Zuzug der Gäste, die für das einmalige Erlebnis anreisen.
Wer kommt zur Kaisermania – und wie lange bleibt man?
Die Studie gibt interessante Einblicke in das Besuchsprofil: 57 Prozent der Zuschauer sind Touristen aus anderen Regionen, die etwa 25 Prozent der Besucher verbringen durchschnittlich zwei Nächte in Dresden. Dieser längere Aufenthalt ist für die regionale Wirtschaft besonders wertvoll. Noch bemerkenswerter ist, dass fast 94 Prozent der Fernreisenden eigens wegen Roland Kaiser zur Kaisermania anreisen – ein klares Zeichen für die Anziehungskraft des Events.
Diana Maatz, Geschäftsführerin der Stadtrundfahrt Dresden GmbH und Vorstandsmitglied im TVDD, bestätigt den Wert des Konzerts für den Tourismus:
„Viele Gäste verbinden den Konzertabend mit einem Kurzurlaub und verbringen das gesamte Wochenende in Dresden. Das spüren wir bei unseren Buchungszahlen für die Stadtrundfahrten direkt.“
Die durchgängige Präsenz der Besucher trägt somit zu einer hohen Auslastung vor Ort bei, was für viele Unternehmen einen erheblichen Mehrwert schafft.
Martin Raich ergänzt dazu:
„Zum ersten Kaisermania-Wochenende sind die Hotels in Dresden praktisch ausgebucht; am zweiten Wochenende liegen die Auslastungen noch bei rund 85 Prozent.“
Die Konzerte sind also längst zu einem der wichtigsten Belegungsfaktoren für Dresdens Beherbergungsbetriebe geworden und sorgen gleichzeitig für volles Leben in der Gastronomie.
Überhaupt spielt der Tourismus für Dresden eine gewichtige wirtschaftliche Rolle. Jährlich erwirtschaftet die Branche mehr als 1,3 Milliarden Euro Bruttoumsatz und generiert zugleich über 28 Millionen Euro an Steuereinnahmen für die Stadt. Die Kaisermania trägt dabei als Event mit großem Publikumseffekt einen bedeutenden Teil zum Erfolg bei.
Vom Geheimtipp zum Megaspektakel
Was einst als kleines Fanspektakel begann, ist heute ein fest etabliertes Großevent mitten in der Stadt. Roland Kaiser blickt mit einem Satz zurück, der das Wachstum zusammenfasst:
„Damals war alles noch kleiner und einfacher“.
Heute ist die Kaisermania für viele Besucher ein fester Termin, der Kalender wird danach ausgerichtet. Für die Einwohner von Dresden hat sie sich zu einem unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor entwickelt und für Roland Kaiser selbst zu einer Herzensangelegenheit.
Das Event hat Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus und macht Dresden nicht nur als Kulturstandort sichtbar, sondern auch als touristisches Ziel mit einer lebendigen, pulsierenden Atmosphäre. Der wirtschaftliche Impuls, den die Kaisermania auslöst, zeigt, wie Konzerte und Kulturveranstaltungen in Kombination mit Tourismus zu einer echten Win-win-Situation für eine Stadt werden können.
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Verwendete Quelle:
Studie zur Kaisermania: Roland Kaiser bringt Dresden Millionen