Diese „Alterskrankheiten“, von denen mittlerweile auch Menschen unter 30 betroffen sind © pixabay
Veröffentlicht am 24/06/2026 um 11:00 von der Redaktion

Diese „Alterskrankheiten“, von denen mittlerweile auch Menschen unter 30 betroffen sind

Immer mehr Jugendliche haben Probleme, die früher als typische Alterskrankheiten galten. Hat der Wandel im Alltag wirklich schon so krasse Auswirkungen?

Die Zeiten, in denen Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes fast ausschließlich ältere Menschen betrafen, sind offenbar vorbei. Experten berichten, dass heute „mehr als acht von zehn Jugendlichen“ laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht einmal das Minimum an Bewegung am Tag erreichen. Bildschirme im Kinderzimmer, ständiges Sitzen in der Schule, kaum noch zur Schule laufen: Experten schlagen Alarm. Bei den Assises du muscle machten sie deutlich, dass diese Trends inzwischen messbare Folgen zeigen – und zwar bei immer Jüngeren.

Von Bewegungsmangel zum Arztbesuch – schon vor dem 30. Geburtstag

Die WHO empfiehlt allen zwischen 5 und 17 Jahren: mindestens eine Stunde pro Tag aktiv sein, und zwar so, dass man auch mal ins Schwitzen kommt. Aber Bewegung ist heute Luxus. Fest steht: Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen bleibt weit unter dieser Empfehlung. Die Folgen bekommen sie schnell zu spüren. Immer mehr Mediziner dokumentieren Typ-2-Diabetes, erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck und Übergewicht – und das schon vor dem Einstieg ins Berufsleben. Besonders auffällig: Auch Herzinfarkte nehmen unter jungen Erwachsenen zu, wie sie Jahrzehnte zuvor fast nie vorkamen.

Was die fehlende Bewegung im Körper alles auslöst

Woran liegt das? Mit jedem Tag, den junge Menschen mehr rumsitzen statt sich zu bewegen, fährt der Stoffwechsel in den Energiesparmodus. Muskeln werden weniger gefordert, Energieverbrauch sinkt, Zucker landet als Fett am Bauch statt als Treibstoff in den Zellen. Das fördert Insulinresistenz – eine der wichtigsten Stufen auf dem Weg zum Typ-2-Diabetes. Es bleibt nicht beim Zucker-Haushalt: Auch der Blutdruck geht nach oben, das Risiko für Herzprobleme wächst.

Aber nicht nur der Körper leidet. Zu wenig Aktion schlägt auch auf die Psyche und den Schlaf, sagen Experten. Wenig Bewegung und stundenlanges Starren auf Bildschirme führen dazu, dass Konzentration und Schulleistungen sinken. Es entsteht ein Teufelskreis, der sich leicht aus der Kindheit ins Erwachsenenleben ziehen kann. Wer heute wenig Sport macht, bleibt meist auch später lieber auf dem Sofa statt im Park.

Die Konsequenz daraus ist beunruhigend: Chronische Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Herzprobleme treten heute oft schon in einem Alter auf, in dem man früher darüber kaum nachdachte. So könnten die Folgen eines bewegungsarmen Lebens sich über viele Jahre hinweg verschärfen.

Gesellschaft unter Druck: Warum Jugendliche Hilfe brauchen

Was heißt das also für uns? Klar ist: Je früher jemand mit Sport und Bewegung startet, desto besser. Wer schon als Kind Fahrrad fährt, draußen spielt oder regelmäßig Pausen vom Bildschirm macht, hat bessere Karten. Aber damit das klappt, reicht es nicht, nur an die Familie zu appellieren. Laut den Experten der Assises du muscle braucht es eine große, gemeinsame Aktion – von Schulen, Eltern, Politik und Gemeinden. Werden auf Dauer nicht mehr junge Leute zum aktiven Lebensstil motiviert, droht eine Gesellschaft mit immer mehr chronisch Kranken und langfristigen Komplikationen.

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