Albträume als Warnzeichen: Wer schlecht träumt, könnte an dieser Alterskrankheit leiden

Dank moderner Wissenschaft beginnen wir unsere Welt immer mehr zu verstehen. Doch wie wir das Geschehen interpretieren, dem wir in unseren Träumen begegnen, liegt noch zum größten Teil im Dunkel der Nacht verborgen. Dabei verbringen wir rund ein Drittel unseres Lebens schlafend - und ein Viertel davon mit aktiven Träumen.

Wir haben sicher alle schon mal versucht, unsere Träume zu deuten, oder uns zumindest an sie zu erinnern. Eine Studie, die auf EurekAlert! veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass Träume nicht nur Informationen über unser Unterbewusstsein oder unsere emotionalen Zustände liefern können, sondern auch Aufschluss über unsere Gesundheit geben.

Groß angelegt

Die Datensammlung beginnt zwischen 2002 und 2012. Sie folgt den jüngeren Teilnehmenden (600 Personen, 35-64 Jahre) über neun Jahre und den älteren (2600 Personen Ü79) über fünf. Alle sind zu Beginn demenzfrei.

Verantwortlich für die Studie, die in The Lancet veröffentlicht wird, ist Dr. Abidemi Otaiku, Forscher der University of Birmingham. Bei der Auswertung wird geprüft, ob es eine Verbindung zwischen der Häufigkeit von Albträumen und einem kognitiven Rückgang während der kommenden Jahre gibt.

Diagnose Albtraum

Den Ergebnissen zufolge können schon in jungen Jahren Alpträume als Warnzeichen für Demenz oder Parkinson gelten. Gleichzeitig seien sie aber auch ein Signal, das dazu führt, dass frühzeitig gehandelt werden kann.

Menschen mittleren Alters (35-64), die angaben, mindestens einmal pro Woche Albträume zu haben, erlitten in den folgenden zehn Jahren mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit einen kognitiven Rückgang, während bei der älteren Gruppe doppelt so häufig Demenz diagnostiziert wurde.

Überraschend war auch, dass ältere Männer, die jede Woche Alpträume hatten, mit einer fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit an Demenz erkrankten als normal Träumende.

Laut Otiaku können Albträume aber sogar behandelt werden. Für den Traumforscher sind sie ein Anstoß zum Handeln. Wer schon früh unter schlimmen Träumen leidet, für den könne eine Therapie dazu führen, "die Prozesse zu verlangsamen und bei manchen Menschen die Entwicklung einer Demenz gänzlich zu verhindern.“

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