Kann man in Corona-Zeiten noch auf die öffentliche Toilette gehen? - Diese neue Studie liefert die Antwort

In Zeiten von Mindestabstand und ständiger Händedesinfektion fragen sich viele: Darf ich noch guten Gewissens auf eine öffentliche Toilette gehen? Forscher der Australian National University haben sich nun diesem Thema gewidmet und beantworten diese drängende Frage.

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Unter der Leitung von Professor Sotiris Vardoulakis von der Australian National University untersuchten Forscher:innen, wie sich Covid-19-Viren in öffentlichen Toiletten übertragen können. Die Studie, welche in der Science of Total Environment veröffentlicht wurde, analysierte 38 Studien aus 13 verschiedenen Ländern, die alle zwischen 2000 und 2020 veröffentlicht wurden, um das Risiko einer Übertragung von Viren und Bakterien in öffentlichen Toiletten zu bestimmen.

Wie gefährlich ist die Nutzung öffentlicher WCs?

Es wurden mehrere mögliche Übertragungswege in öffentlichen Toiletten untersucht, darunter über Inhalation, Oberflächenkontakt sowie auf fäkal-oralem Wege. Demnach bestehe ein gewisses Risiko einer Aerosolbildung durch die Toilettenspülung oder die Verwendung von Händetrocknern in öffentlichen WCs, so die Autoren. Doch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung wurde dennoch als gering eingeschätzt, solange eine gute Hand- und Toilettenhygiene eingehalten werden würde.

So erklärte Vardoulakis am Donnerstag gegenüber dem Guardian:

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Menschen während der Pandemie besorgt sind, öffentliche Sanitäranlagen zu benutzen. Aber wenn Sie Ihre Zeit auf den Toiletten minimieren, Ihre Hände richtig waschen und trocknen und zudem weder Ihr Handy benutzen, essen oder trinken, dann sollte die Nutzung der Sanitäranlagen risikoarm bleiben.

Abwassertests wurden von Gesundheitsbehörden in ganz Australien als Richtlinie dafür verwendet, wo das Virus möglicherweise unentdeckt zirkuliert. Die von Experten überprüfte Studie stellt fest, dass Covid-Patienten sowohl mit als auch ohne Symptome das Virus anscheinend über ihre Fäkalien ausscheiden, was diese zu einer potentiellen Übertragungsquelle macht.

Risiko einer Kreuzkontamination ist gering

Während Aerosolpartikel inzwischen weithin als bekannter Übertragungsweg von Covid-19 bestätigt sind, sagt Vardoulakis, dass es in Studien, die im ersten Jahr der Pandemie veröffentlicht wurden, keine Hinweise darauf gab, dass eine Übertragung auch in öffentlichen Toiletten auftreten kann.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum es auf öffentlichen Toiletten ein geringes Ansteckungsrisiko gibt – Menschen verbringen hier nicht viel Zeit und interagieren auch nicht mit anderen. Außerdem spielt es eine Rolle, dass die Aerosole, die Sie beim Spülen der Toilette einatmen können, aus Ihrem eigenen menschlichen Abfall stammen. Das Risiko einer Kreuzkontamination ist daher nicht sehr hoch.

Umweltproben aus Toiletten von Covid-19 Stationen in Singapur, China, England und Italien haben das Vorhandensein von Sars-CoV-2 festgestellt, dem Virus, welcher die Krankheit verursacht. Vardoulakis wies jedoch darauf hin, dass sich die Kontamination von der Übertragung unterscheidet.

Von elektrischen Türen und berührungslosen WC-Spülungen

Die Studie gibt 25 Empfehlungen zur Reduzierung der Kontaminations- und Übertragungsrisiken öffentlicher Toiletten. So schlägt das Forschungsteam etwa elektrische Türen oder türlose Eingänge, das Schließen des Toilettendeckels vor dem Spülen oder aber berührungslose WC-Spülungen vor.