Inmitten unserer Galaxie: Forscher entdecken neue Super-Erde
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Inmitten unserer Galaxie: Forscher entdecken neue Super-Erde

Noch nie zuvor wird ein Himmelskörper beobachtet, der so weit von unserem Sonnensystem entfernt ist. Dieser Exoplanet wird im Rahmen eines ganz seltenen Ereignisses entdeckt.

Die Möglichkeit, in einer solchen Situation einen Planeten zu erkennen, beträgt "eins zu einer Million": Ein neuer Exoplanet mit annähernd derselben Größe und Masse wie die Erde wird soeben von Astronomen der Universität Canterbury (Neuseeland) entdeckt. Dieser Himmelskörper befindet sich inmitten unserer Galaxie, ungefähr 24.7000 Lichtjahre entfernt, so die Wissenschaftler in The Astronomical Journal. Erst im vergangenen Dezember wird ein neuer Exoplanet beschrieben, der sich praktisch direkt neben uns befindet.

Entdeckung im All

Mittlerweile kennen wir bereits über 4.000 Exoplaneten. Der nun entdeckte hat jedoch die Besonderheit, dass er sowohl aufgrund seiner Größe als auch in seiner Umlaufbahn dem blauen Planeten ähnelt. Genauer gesagt handelt es sich um eine Super-Erde, also einen Planeten, der drei- bis zehnmal (in diesem Fall 3,96 Mal) so groß ist wie unsere Erde. Bei diesem Exoplaneten könnte es sich aber auch um einen Ozean-, Eis- oder Wasserplaneten handeln. Die Größe dieses Neuzugangs im Planetenkatalog lässt sich zwischen der der Erde und der Neptuns einordnen.

Die Super-Erde kreist in einer Entfernung um ihre Sonne, die umgerechnet zwischen der Umlaufbahn von Venus und Erde liegen würde. Ihr Stern ist in etwa so groß wie unsere Sonne: Es handelt sich um einen Zwergstern oder sogar um einen braunen Zwerg (oder Protostern), um den sich der Exoplanet in 617 Erdtagen dreht.

"Einer von einer Million Sternen"

Diese Entdeckung ist außergewöhnlich, denn sie gelingt dank eines Mikrolinseneffekts. Dabei handelt es sich um ein äußerst seltenes Ereignis, von dem "zu einem gegebenen Zeitpunkt nur einer von einer Million Sternen in der Galaxie betroffen ist", so eine Pressemitteilung von Dr. Herrera Martin, einem der Autoren der Studie. Der Planet heißt OGLE-2018-BLG-0677, taucht erstmals 2018 auf und wird von drei Teleskopen weltweit entdeckt.

"Es werden pro Jahr an die 3.000 Mikrolinseneffekte [verzeichnet], der Großteil davon ist auf Linseneffekte von Einzelsternen zurückzuführen", so der Forscher. "Aber dieses Mal wurde das Licht eines Sterns auf eine besondere Weise verstärkt." Nach Monaten der Analyse kommen die Forscher nun zur Schlussfolgerung, dass es sich um ein Phänomen handelt, das von einem Stern-Planeten-System ausgeht und nicht von einem Einzelstern.

"Normalerweise sind die Planeten, die üblicherweise in dieser Zone entdeckt werden, Riesen wie Jupiter oder noch näher an ihrer Sonne dran als Merkur es an unserer Sonne ist", erklärt Dr. Herrera Martin. "Das ist eine Zone, in der man wenige Planeten findet." Trotz dieser beträchtlichen Fortschritte können die Wissenschaftler diesen Exoplaneten noch nicht genauer einordnen: So muss erst bewertet werden, ob er sich in der "bewohnbaren Zone" seines Sonnensystems befindet.

Von Martin Gerst

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