Französische Studie findet heraus: Botox könnte das neue Heilmittel gegen Corona sein

Es ist das Wundermittel gegen Falten. Doch laut einer französischen Studie kann Botox noch viel mehr. Uns zum Beispiel im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen.

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Botox gilt als eines der gefährlichsten Toxine der Wissenschaft. Bekanntlich hilft es dabei, Falten zu reduzieren, da es die Muskeln in der Stirn entspannt. Doch was viele nicht wissen: Es hilft auch bei anderen medizinischen Problemen und kann beispielsweise bei Migräne oder unwillkürlichen Muskelkontraktionen verabreicht werden, um die Symptome zu lindern.

Ein vielseitiges Toxin

Ein französisches Forschungsteam stellte nun fest, dass von ihren fast 200 Patienten, die bis Juli letzten Jahres behandelt wurden, nur zwei Anzeichen von Corona aufwiesen. Zum Vergleich wiesen sie darauf hin, dass 4,4 % der französischen Bevölkerung bereits mit dem Virus infiziert waren.

Weltweit wurden 2019 rund 6 Millionen Botox-Behandlungen durchgeführt, davon um die 380.000 in Deutschland. An der französischen Studie des Universitätsklinikums Montpellier nahmen 193 Patienten teil, davon drei Viertel Frauen (146). Sie waren im Durchschnitt in ihren Fünfzigern. Alle Probanden hatten Botox wegen medizinischer Beschwerden erhalten.

Kein einziger positiver Fall

Sie alle wurden nach Erhalt der Botox-Injektionen drei Monate lang beobachtet, um zu sehen, ob sie sich mit dem Virus infiziert hatten oder nicht. Obwohl es zwei Verdachtsfälle gab, wurde keiner der Teilnehmer jemals positiv auf Covid-19 getestet.

Eine 53-jährige Frau zeigte nach einer Rückkehr von einer Reise unberuhigende Symptome, wurde jedoch negativ getestet. Keiner der Patient:inn:en wurde ins Krankenhaus eingeliefert, schrieb das Forschungsteam im Journal of Stomatology, Oral and Maxillofacial Surgery.

Ein "signifikanter Unterschied"

Das Team sagte:

Unsere Ergebnisse zeigen einen signifikanten Unterschied zwischen der Anzahl der infizierten Personen in der Allgemeinbevölkerung und der Anzahl der Patienten, denen Botox injiziert wurde und die Anzeichen von Covid zeigten.

Um darauf hinzuweisen, dass Botox vor Covid-19 schützen könnte, wies das Team auf eine 64-jährige Frau aus Lozere in Südfrankreich hin, die eine Behandlung mit dem Toxin erhielt. Nach Aussagen der Experten, habe sie sich als einzige aus ihrem Dorf nicht das Virus eingefangen.

Kritik von anderen Experten

Sie wiesen auch auf eine 46-jährige Frau hin, die nicht an Covid erkrankte, nachdem ihre Tochter positiv auf das Virus getestet worden war. Botulinumtoxin wirkt, indem es die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin stoppt und die Muskeln lähmt.

Dr. Dominique Batifol, Hauptautor der Studie, und andere Mitwirkende an dem Papier schlugen vor, dass dies eine Covid-Infektion stoppen könnte. Andere Experten bezeichneten die Studie jedoch als "extrem schlecht" und waren der Meinung, dass sie nicht beweise, ob Botox im Kampf gegen Covid-19 vielversprechend sei.

Das Team gab zu, dass mehr Forschung erforderlich war, um festzustellen, wie Botox eine Covid-Infektion stoppen kann. Sie gaben auch zu, dass die Regionen, aus der die Teilnehmer stammten, "nicht zu den am stärksten betroffenen Gebieten Frankreichs gehörte, ganz im Gegenteil".