Erstaunlicher Meteoriteneinschlag: InSight entdeckt einen "Schatz" auf dem Mars

Während Kameras an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters den höhlenartigen neuen Krater aus dem Weltraum einfängt, bekommt die InSight-Landeeinheit der NASA den Einschlag am eigenen Leib zu spüren. Am Rande des Einschlagskraters sind blockgroße Wassereisblöcke zu sehen.

Die InSight-Landeeinheit hat bereits im vergangenen Dezember ein Marsbeben der Stärke 4 aufgezeichnet, aber das Forscherteam hat erst viel später die Ursache dieses Bebens erfahren. Nun wissen sie, dass es sich bei dem aufgezeichneten Ereignis um einen der größten Meteoriteneinschläge handelt, die jemals in unserem Sonnensystem beobachtet wurden.

Ein beispielloses Ereignis

Der Meteoroid hat eine geschätzte Größe von 5 bis 12 Metern und ist damit klein genug, um in der Erdatmosphäre zu verglühen. In der dünnen Marsatmosphäre, die nur 1 Prozent so dicht ist wie die unseres Planeten, kann er allerdings ohne Weiteres bestehen.

Der Einschlag in der Region namens Amazonis Planitia hat einen Krater mit einem Durchmesser von etwa 150 Metern und einer Tiefe von 21 Metern hervorgebracht. Einige der durch den Einschlag verursachten Auswürfe sind bis zu 37 km weit weggeflogen.

Ingrid Daubar, InSight-Leiterin für Einschlagforschung an der Brown University inProvidence, Rhode Island, ist fasziniert über das Ereignis und sagt gegenüber CNN:

Es ist beispiellos, einen frischen Meteoriteneinschlag dieser Größe zu finden. Das ist ein aufregender Moment in der geologischen Geschichte, und wir konnten ihn miterleben.

Ein Einschlag mit weitreichenden Folgen

Das Beben, das durch den Aufprall ausgelöst wurde, hat auch eine seismische Welle, die sich entlang der Marskruste bewegt, ausgelöst. Die Daten von InSight werden den Wissenschaftler:innen helfen, die Kruste des Planeten zu untersuchen und mehr über ihre Struktur zu erfahren.

Die Untersuchung von Kratern und ihrer Entstehungsrate kann Wissenschaftler:innen helfen, die geologische Zeitlinie des Mars zu bestimmen. Einschlagskrater heben auch Material aus und bringen es an die Oberfläche: Wie z. B. die Eisblöcke, die bei dem Einschlag zum Vorschein gekommen sind.

Das Eis unter der Marsoberfläche könnte von künftigen Astronaut:innen als Trinkwasser, Raketentreibstoff und sogar für den Anbau von Nutzpflanzen genutzt werden. Außerdem könnte die Tatsache, dass das Eis so nahe am Äquator des roten Planeten gefunden wurde, die Stelle zu einem idealen Ort für die Landung von bemannten Missionen machen.

Das vorzeitige Ende der Forschung steht bevor

Leider läuft der Mission von InSight die Zeit davon. Immer mehr Staub sammelt sich auf den Sonnenkollektoren des Landers, und der letzte kontinentalen Staubsturm im September hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass die Energieleistung von InSight weiterhin sinkt.

Glücklicherweise ist der Sturm nicht direkt über InSight hinweggezogen, denn sonst hätte das zum direkten Abbruch der Mission geführt. Dennoch hat das Wetterereignis eine Menge Staub in der Atmosphäre aufgewirbelt und die Sonneneinstrahlung auf die Solarzellen von InSight verringert.

Die Wissenschaftler:innen schätzen, dass InSight wahrscheinlich in den nächsten sechs Wochen abgeschaltet wird und damit eine vielversprechende Mission zur Erschließung des Marsinneren beendet.

Bruce Banerdt, leitender Forscher von InSight am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, Kalifornien kommentiert das Ende der Landeeinheit in einem Bericht bei Wired:

In den letzten vier Jahren sind wir weit über die vorgesehene Lebensdauer der Mission von zwei Jahren hinausgegangen. Und selbst jetzt, wo die Mission ausläuft, erhalten wir immer noch diese erstaunlichen neuen Ergebnisse.

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