Die Banzai Pipeline: Surfen auf der wohl tödlichsten Welle der Welt

Wer es bis hierhin schafft, meistert das Brett - und bis zu einem gewissen Grad die Gewalt der Natur! Die berüchtigte Riesenwelle türmt sich jeden Winter vor der Hawaiianischen Küste auf und zieht dabei Surfer, Publikum und Presse aus aller Welt an. Das Pipeline Masters findet seit 1971 jeden Dezember an der Nordküste der Insel Oahu statt und gilt als das Mekka der Surfwelt.

Die Szenerie ist paradiesisch: samtweiße Strände, üppiger Regenwald und spektakuläre Sonnenuntergänge zeichnen das Bühnenbild für das alljährliche Surfspektakel.

Die Surfer ziehen weiße Spuren wie Blitze durch die Wellenmassen. Wer zu spät anpaddelt oder sich beim Startpunkt für den wilden Wellenritt verschätzt, setzt im schlimmsten Fall sein Leben aufs Spiel.

Königsdisziplin

Die Königin der Surfwelt kann auf vier verschiedene Arten ihre Schaumkrone brechen: Als sogenannte linke Welle (die berüchtigte Pipeline), rechte Welle (Backdoor), dann am zweiten Riff etwas weiter auf den Ozean, und schließlich am dritten Riff, was allerdings nur bei besonders mächtigen Swells geschieht.

Es ist ein unglaubliches Schauspiel. Elektrische Spannung liegt in der Luft. Drohnen kreisen über den Köpfen der Menschen zu Wasser und zu Lande, Wasserfotograf:innen kämpfen um die spektakulärsten Bilder, Helikopter und Jetskis wachen über das Geschehen. Das sonst mit dem Surfspirit assoziierte Aloha-Gefühl löst sich in hektische Betriebsamkeit auf: Alle erwarten die Bezwingung und Durchquerung des Wellenkanals im Adrenalinrausch.

Die Hierarchie der Monsterwelle

In rund 6.000 Kilometern Entfernung wird sie auf den Weiten des Pazifiks geboren und erhebt sich an manchen Tagen bis zu 10 Meter in den strahlend blauen Himmel. Doch die Gefahr lauert nicht nur in der Höhe. Unter dem tosenden Wellenkamm hat sich über Millionen von Jahren ein messerscharfes und seichtes Riff aus Lavagestein geformt, das ebenfalls schon menschlichen Tribut gefordert hat. 11 Menschen haben angeblich in diesen Wassern ihr Leben verloren, und unzählige mehr sind mit Verletzungen davongekommen.

Hier ist ganz offensichtlich Respekt geboten. Nicht nur der Unberechenbarkeit der Natur, sondern auch den Wellenreitenden. Jeder Quadratmeter Wasser ist heiß umkämpft, vor allem in der Hochsaison. Die Einheimischen und Champions der vorigen Jahre haben hier unmissverständlich die Pole Position.

Wer sich dem Kodex widersetzt, wird manchmal sogar wortwörtlich Richtung Flughafen verwiesen. Wer Glück hat, darf mit einem Rekord nach Hause gehen und in den Olymp der Surfgötter aufsteigen.

Letztes Jahr teilten sich übrigens der US-Amerikaner Kelly Slater (einen Tag vor seinem 50sten Geburtstag!) und die Hawaiianerin Moana Jones Wong den Titel der Billabong Pipeline Masters.

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