Weder Löwe noch Tiger: Das ist die gefährlichste Katze der Welt
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Weder Löwe noch Tiger: Das ist die gefährlichste Katze der Welt

Die gefährlichste Katzenart der Welt ist wahrscheinlich ganz anders als die, an die ihr gerade denkt. Vergesst Löwen, Tiger und Pumas und fangt an, über die sogenannten Schwarzfußkatzen nachzudenken.

Mit dem Namen "Schwarzfußkatze" tut man sich natürlich schwer, angsteinflößend zu wirken. Das gilt umso mehr, wenn man zur kleinsten Katzenart Afrikas und sogar zu einer der kleinsten der Welt gehört: unter zwei Kilo Gewicht, ein gedrungener Körper, elegant geflecktes Fell, das Ganze gekrönt von einem runden Kopf mit großen Augen. Nein, ganz im Ernst, davon lässt wirklich nichts erahnen, dass "Felis nigripes" die tödlichste Katzenart der Welt ist.

Manchmal trügt der Schein

Die Schwarzfußkatze stammt aus dem grasbewachsenen Flachland Afrikas und ist kleiner als eine Hauskatze. Sie misst zwischen 36 und 52 Zentimetern Länge und ist ca. 20 Zentimeter groß.

Laut International Society for Endangered Cats wiegt sie zwischen ein und drei Kilogramm. Aufgrund ihres begrenzten Verbreitungsgebiets steht diese Katzenart auf der roten Liste der International Union for Conservation of Nature(IUCN) in der Kategorie "gefährdet". Die Schwarzfußkatze ist scheu und versteckt sich bei dem kleinsten Geräusch, was ihre Beobachtung besonders schwierig macht.

Ein fieser Blick und ein aggressiver Charakter: Die Schwarzfußkatze hat es in sich. slowmotiongli@Getty Images

Trotz dieser Eigenschaften, die uns glauben machen könnten, es handle sich um ein armes, wehrloses Kätzchen, jagt und tötet Felis nigripesmehr Beutetiere in einer Nacht als ein Leopard in sechs Monaten erlegt, heißt es im Dokumentarfilm Super Cats.

Auch wenn diese Katzenart nicht auf Bäume klettert, ist sie besonders aktiv und daran gewöhnt, dank ihrer starken Pfoten große Distanzen zurückzulegen. Diese ermöglichen es ihr auch, in den Bauen von Tieren zu graben oder ein ausdauerndes Beutetier zu töten.

Ein effizienter Killer mit unsympathischen Zügen

In einer Nacht kann die Schwarzfußkatze zwischen zehn und 14 Nagetiere oder kleine Vögel töten. Ihre Erfolgsquote liegt bei 60 Prozent und macht aus ihr einen sechs Mal effizienteren Jäger als den Löwen, der es im Schnitt nur in 20 bis 25 Prozent der Fällen schafft, seine Beute zu erlegen. Somit ist sie die tödlichste Katze der Welt. Auch wenn ihr nicht Gefahr lauft, auf ihrem Speiseplan zu stehen, ist es wohl besser, dieser Katze nicht im Weg zu stehen.

Das nachtaktive Tier bringt sich lieber in Sicherheit, wenn man es stört, aber dennoch verfügt es über einen aggressiven, eigensinnigen Charakter. Seine Beutetiere sind vor allem kleine Tiere wie Vögel, Mäuse, Insekten oder Reptilien.

Die Schwarzfußkatze verzehrt auch Eier, die sie aus Nesten stiehlt. Aber es gibt auch überraschende Ausnahmen: Der Zoologe Alex Sliwa erzählt, dass eines der Weibchen, die er beobachtete, eines Tages einen männlichen Afrikanischen Strauß (Struthio camelus) angriff, der 80 Kilo wog, und zwar über eine halbe Stunde lang, bis der Vogel schließlich die Flucht ergriff.

Auch in Gefangenschaft erweist sich diese kleine Katzenart mit starkem Charakter als unmöglich zu zähmen. Wir haben euch gewarnt, falls ihr euch der Katze nähern wollt.

Von Maximilian Vogel
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