Wegen Zusatzstoff: Döner in Europa vor dem Aus?

Wegen Zusatzstoff: Döner in Europa vor dem Aus?

Döner-Liebhaber sind entsetzt: Das europäische Parlament könnte ihr Lieblingsgericht verbieten. Der Grund? Ein bestimmter Zusatzstoff.

In der vergangenen Woche hat der Gesundheitsausschuss des europäischen Parlaments eine Entscheidung getroffen, die Dönerhändler kurzfristig schaden könnte. Der Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen, den Nahrungszusatz Phosphat im Dönerfleisch zu verbieten, auch bei tiefgekühlten Produkten. 

Es handelt sich um Nahrungszusätze, die im Fleisch stecken und die laut einer wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2013 schlecht für das Herz-Kreislauf-System sein könnten.

Bislang war der Umgang mit Phosphaten noch nicht juristisch geregelt, deshalb konnten die Händler weiter ihr Fleisch verkaufen. Doch nun könnte es zu einer Entscheidung kommen, die alles ändert.

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Die Döner könnten dann aus dem Handel verschwinden. Über 100.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. „Ein solches Verbot würde die Produktion stark schädigen und Tausende Jobs gefährden“, sagte die deutsche Europaabgeordnete Renate Sommer. In Deutschland sind Döner besonders beliebt: Der Umsatz in der Bundesrepublik liegt bei 3,5 Milliarden Euro pro Jahr.

UPDATE - 13/12/2017, 14.25 Uhr

In einer knappen Entscheidung ist der Vorstoß, Phosphate im Dönerfleisch zu verbieten, gescheitert. Am heutigen Mittwoch stimmten 373 Abgeordnete im EU-Parlament für ein Verbot. Damit fehlten drei Stimmen zu einer absoluten Mehrheit. Das bedeutet: Der Döner bleibst erst einmal unangetastet. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA prüft derzeit in einer Studie, ob sich die Hinweise auf Gesundheitsrisiken bestätigen.

Fred Eilig
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