VW-Käfer goes Hollywood: Junges Start-up plant Verkauf für mehr als eine halbe Millionen Euro

Aus alt mach neu, beziehungsweise Restomod: Das ist das Credo des 21-jährigen Jonathan Engler, studierter Motorsport-Ingenieur und Chef des Leipziger Start-ups Milivié. Sein Ziel: Bis 2025 22 VW-Käfermodelle des Typ 1303 an gut betuchte Käufer:innen bringen - denn allein für das Einsteigermodell müssen diese 570.000 Euro hinlegen.

Wer darüber hinaus noch Ansprüche wie personifizierte Features und schicke Designanpassungen hegt, muss noch einiges mehr hinblättern. Ausgestattet ist das kultige Fahrzeug jedoch mit dem Motor eines Porsche 964 Carrera 2 und 175 PS.

Kalifornische Inspiration

Restomod wird die Modernisierung von Oldtimern genannt, das Wort setzt sich aus restaurieren und modifizieren zusammen. Diesen Trend führt die kalifornische Firma Singer schon seit erfolgreich 2009 an. An ihrem Standort in Los Angeles werden alte Porschemodelle restauriert und aufgepimpt.

So ein Businessmodell ist äußerst lukrativ und Milivié hat durchaus den Willen, sich ein Stück des Oldie-Kuchens zu sichern. Finanziert wird das Start-up Englers Angaben für Gründerszene zufolge durch private Investoren sowie Eigenkapital aus dessen Studienzeit.

Jugendlicher Leichtsinn oder frischer Wind?

Es existieren aber auch kritische Stimmen. Käfer-Expert:innen und Geschäftsführer:innen der Automobilbranche geben dem motivierten Engler einen kleinen Dämpfer.

Georg Memminger, der als gelernter Stahlbauer selbst VW-Käfer nachbaut, hält die technischen Pläne, wie sie auf der Website des Start-ups angegeben sind, zum Teil für schwierig zu realisieren. Die Akquise eines gut erhaltenen 1303er sei ebenfalls eher ein Glückstreffer als die Regel.

Auch Dr. Stefan Reindl, Leiter des IfA, äußert Bedenken:

Sich als Trittbrettfahrer im Luxussegment zu bewegen, mit technischen Komponenten aus vorhandenen Fahrzeugen, ist gefährlich.

Engler lässt sich jedoch nicht entmutigen und plant, das erste Modell im Sommer 2023 fertigzustellen.

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