„gebildeter Europäer“: Wie deutsche Nannys Putins Kinder prägen © Пресс-служба Президента РФ
Veröffentlicht am 01/06/2026 um 11:40 von der Redaktion

„gebildeter Europäer“: Wie deutsche Nannys Putins Kinder prägen

Hinter verschlossenen Türen lebt Putins Familie ganz anders, als man denkt. Wer darf in die streng bewachte Welt von Iwan und Wladimir?

Kaum jemand bekommt einen echten Einblick in das Privatleben von Putin. Eine aktuelle Recherche bringt jetzt Licht ins Dunkel, wie die beiden Söhne von Wladimir Putin und Alina Kabajewa tatsächlich großgezogen werden – und das klingt ziemlich westlich. Es geht um Iwan, geboren 2015, und seinen kleineren Bruder Wladimir, Jahrgang 2019. Die Systema-Redaktion von Radio Free Europe/Radio Liberty analysierte eine Fülle interner Dokumente, die BILD Anfang 2026 aufgriff. Sie zeigen: Trotz öffentlicher Anti-West-Rhetorik genießen die Kinder von Russlands mächtigstem Mann eine Erziehung, wie sie typischer kaum in Berlin sein könnte – von Nannys aus Deutschland!

Strenge Auflagen und deutsche Erzieherinnen im russischen Luxus

Alles begann spätestens 2017, so lassen es die in Verträgen, E-Mails und Abrechnungen dokumentierten Personaleinstellungen erkennen. Bis zum Frühjahr 2026 lassen sich die Geldflüsse nachverfolgen. Beeindruckend: Rund zwei Dutzend Nannys wechselten sich laut Systema ab, darunter mindestens fünf mit deutschem Pass. Zu manchen Zeiten wurden die drei deutschen Angestellten sogar untereinander nur als „die Deutschen“ bezeichnet. Ein Beispiel ist Irene E., eine weitere Anna A. mit deutschen und serbischen Wurzeln scheiterte allerdings beim Medizin-Check, für Christina G. ist nur klar, dass sie als Deutschlehrerin fungierte und es eine Emma D. aus Österreich gab.

Das Ziel der ganzen Mühe? 2018, Iwan war gerade mal drei Jahre alt, plante man nachweislich „Deutsch, Englisch, Musik“ und das alles mit dem expliziten Wunsch, wie es in den Dokumenten heißt, ihn zu einem „gebildeten Europäer“ zu machen. An Weihnachten 2019 sang Iwan ein Lied – auf Deutsch, nicht Russisch. Vorlesen gab es von Rudolf dem Rentier, gebastelt wurde natürlich auch.

Striktes Kontrollsystem: Regeln, Überwachung und Luxusgehälter

Das engmaschige Betreuungssystem um die Kinder hat es in sich. Offiziell tauchen die Eltern nur als „die Familie“ oder „die Eltern“ in den Papieren auf, Zugriff auf den nahen Kreis koordinieren im Hintergrund die Cousinen Alina Kabajewas: Olesya Fedina und Ekaterina Golovacheva. Die Kandidatinnen durchlaufen mehrere Auswahlrunden – einmal gab es eine Vorauswahl durch eine Frau, die auf der Gehaltsliste eines russischen Auslandsgeheimdienstes (SWR) stand. Das Leben als Nanny ist alles andere als normal: Keine Zigarettenpausen, streng kontrollierter Parfumgebrauch, tägliche detaillierte Berichte. Elektronische Geräte? Sind während der Arbeitszeit tabu, Postings in sozialen Netzwerken ohne Freigabe sogar absolut verboten.

Die medizinischen Regeln wirken fast schon absurd hart. Bereits beim Start gibt es Check-ups, nach Ferien sowieso. Wer in einem halben Jahr über sechs Tage krank ausfällt, fliegt – und sollte gar eine ansteckende Krankheit auftreten, ist man noch am selben Tag draußen. Besonders kurios: Die Damen mussten sogar „Frauenschmerzen“ und „Durchfallsymptome“ angeben. „Schmerzensgeld“ nennt sich das Gehalt, das alles abfedern soll, mit 7.000 bis 8.000 Dollar netto pro Monat – wahlweise in bar, in Rubel oder sogar über verschlungene Auslandswege.

Wussten die Nannys überhaupt, bei wem sie arbeiten?

Eine Frage, die für viele Beobachter offenbleibt: War den Deutschen überhaupt klar, wessen Kinder sie betreuen? In den Systema-Unterlagen heißt es, die Nannys stießen bei Familienfesten zumindest zeitweise direkt auf die „Familie“. Doch absolute Gewissheit gibt es offenbar nicht, wie die Systema-Reporterin sagt: „schwer mit Sicherheit sagen“, ob allen Angestellten die Identität von Putin und Kabajewa bewusst war. Mit der Zeit dürfte jedoch allen klargeworden sein, dass hier kein normales russisches Bürgertum vertreten ist.

Auffällig streng ist auch die Sicherung der Umgebung: In Putins Residenz bei Valdai leben die Nannys überwacht und mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Erwähnt werden 25 Pantsir-Flugabwehrsysteme in der Schutzzone – alles, um das Umfeld drohnenfrei zu halten.

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Verwendete Quelle:

Enthüllt! Wie Nannys aus Deutschland die Kinder von Wladimir Putin groß ziehen