Sanktionen gegen russische Yachten: So tricksen Oligarchen den Westen aus

Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind gleich mehrere russische Yachten plötzlich nicht mehr auffindbar, um möglichen Sanktionen des Westens zu entgehen.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sieht gesetzlich vor, dass alle Schiffe ab 300 Tonnen brutto auf internationalen Fahren identifizierbar sein müssen, wie der Business Insider erklärt.

9 russische Yachten schalten Ortungssysteme ab

Das heißt im Konkreten, dass sie mit Ortungssystemen ausgestattet sind, die ihre Position zeigen. Doch genau diese Systeme sind bei neun Luxus-Yachten von russischen Oligarchen nicht mehr aktiv und das seit dem Beginn des Ukraine-Krieges.

Ein absichtlicher Schachzug? Sicherlich, denn somit tricksen die reichen Russ:innen den Westen aus, der schon kurz nach der Invasion Russland in sein Nachbarland Ukraine Sanktionen erlassen hat.

Sanktionen aus dem Westen

In der Europäischen Union, so auch in Deutschland, stehen einige Luxus-Yachten auf der Sanktionsliste. US-Präsident Joe Biden kündigt am 1. März bereits diese Maßnahmen gegen Russland an:

Wir werden uns mit unseren europäischen Verbündeten zusammentun, um Ihre Yachten, Ihre Luxuswohnungen und Ihre Privatjets zu finden und zu beschlagnahmen.

Doch laut Business Insider dürfte das rechtlich aber gar nicht so einfach sein, denn solange sich die betroffenen Länder, die beschlagnahmen wollen, nicht direkt im Krieg mit Russland befinden, ist diese Aktion illegal, so Brian O'Toole, Experte für Wirtschaftssanktionen:

Die Schwelle für die Beschlagnahme von Vermögenswerten im Rahmen von Sanktionen ist, dass sich die USA in einem bewaffneten Konflikt mit dem Eigentümer der Vermögenswerte befinden müssen. Die Idee, russische Korruption in ukrainische Hilfe umzuwandeln, ist reizvoll, aber diese Idee ist illegal, Punkt.
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