Melnyk verhöhnt Intellektuelle wegen offenem Brief: "Ihr pseudointellektuellen Loser, schert euch zum Teufel!"

Bereits zum zweiten Mal fordern deutsche Prominente gesammelt in einem offenen Brief ein Ende des Ukraine-Kriegs. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hält davon allerdings so gar nichts.

Im April 2022 fordert eine Gruppe von Prominenten in einem offenen Brief, der in der Emma veröffentlicht wird, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Jetzt wendet sich wieder ein Kollektiv Intellektueller an die Öffentlichkeit und fordert, den Krieg am Schreibtisch zu beenden. Für den Vorschlag hat Andrij Melnyk nichts weiter als Hohn übrig.

Prominente fordern diplomatische Verhandlungen

Richard David Precht, Ranga Yogeshwar und Jakob Augstein sind nur einige Prominente, die den Appell, der in der Zeit veröffentlicht wird, unterzeichnen. Darin sprechen sie sich für ein Ende des Krieges aus, welches ohne den Einsatz von Waffen erreicht werden sollte:

Die westlichen Länder müssen sich fragen, welches Ziel sie genau verfolgen und ob (und wie lange) Waffenlieferungen weiterhin der richtige Weg sind. Die Fortführung des Krieges mit dem Ziel eines vollständigen Sieges der Ukraine über Russland bedeutet Tausende weitere Kriegsopfer, die für ein Ziel sterben, das nicht realistisch zu sein scheint. [...] Der bisherige Verlauf der Verhandlungsversuche zeigt eine anfängliche Verständigungsbereitschaft beider Seiten unter Annäherung der Zielvorstellungen. Nur eine diplomatische Großoffensive kann aus der momentanen Sackgasse herausführen.

Die Reaktion von Melnyk folgt sogleich

Melnyk, der sich für einen Botschafter öfter mal recht undiplomatisch äußert, zeigt für diese Haltung kein Verständnis.

Auf seinem Twitter-Account lässt er die Verfasser:innen und Unterzeichner:innen wissen, was er von ihnen und ihren Vorschlägen hält. Sein Tweet beginnt mit den Worten "Nicht schon wieder, ihr seid solche pseudointelektuellen Loser".

Schon als damals der offene Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz veröffentlicht wird, hält er sich nicht mit Kritik zurück. Auch damals reagiert er mit einem Tweet, der es in sich hat, auf den Brief:

Melnyk ist auf jeden Fall ein Botschafter, der die Menschen spaltet und selbst viel Kritik einstecken muss. Zu denken, man könne sich einfach an den Verhandlungstisch setzen, erscheint dann aber doch recht naiv.

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