Janin Ullmann — Wikimedia Commons © Superbass — Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0) — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2024-09-25-Janin_Ullmann-Deutscher_Fernsehpreis_2024_-167A8072.jpg
Veröffentlicht am 05/08/2026 um 14:00 von der Redaktion

„Ich war ja reich“: Janin Ullmann spricht über ihren Viva-Start und das Gehaltsgeheimnis

Als junge Frau bei Viva fühlte sich Janin Ullmann am Anfang finanziell auf Wolke sieben – bis sie Jahrzehnte später den wahren Lohn ihres Kollegen Oliver Pocher erfuhr. Warum lässt sie das Thema Gehaltsgefälle bis heute nicht los?

Der Startschuss für Janin Ullmanns Karriere fiel 2001 beim Musiksender Viva: Gerade mal 18 Jahre jung, frisch im TV-Geschäft und mit großem Enthusiasmus. Rückblickend zeigt sich, dass dieser Einstieg für sie nicht nur aufregend war, sondern mit einem ganz bestimmten Schlüsselmoment verbunden ist, über den sie jetzt offen spricht. In einem aktuellen Podcast öffnete sich Ullmann zu einem Thema, das sie bis heute beschäftigt: Das Gehaltsgefälle zwischen ihr und ihrem Kollegen Oliver Pocher. Was damals kaum jemand ahnte, ist letztlich zu einem Paradebeispiel für das geworden, worüber heute oft debattiert wird.

Viva-Jahre: Der Vergleich mit Pocher und das „erste Erlebnis mit dem Gender-Pay-Gap“

Für Janin Ullmann war der Beginn bei Viva ein echtes Abenteuer, aber auch lehrreich in Sachen Gehaltsverhandlungen. Bis vor Kurzem wusste sie nicht, wie der Lohn-Vergleich zwischen ihr und Oliver Pocher wirklich aussah. Erst als Erwachsene, bei den Recherchen zu ihrem neuen Buch „Female Finance: Dein Geld. Dein Leben. Deine Regeln“, kam die Wahrheit ans Licht:

„Das war meine erste Erfahrung mit dem Gender-Pay-Gap.“

Ullmann erinnert sich bestens an ihr Bruttogehalt von 3.000 D-Mark. Was sie dabei überrascht: Der junge Oliver Pocher hatte ein ganz anderes Einstiegsangebot erhalten – gleich 4.000 D-Mark, und nach kurzer Zeit sogar 5.000 D-Mark brutto pro Monat.

Im Podcast "Baby got Business" schildert Ullmann:

„Ich war ja reich, ich habe da 3.000 D-Mark brutto bekommen.“

Der Stolz von damals bekommt heute einen bitteren Beigeschmack. Viel später erst stellte sich heraus:

„Aber auch da ist die Ausgangslage ja eine andere, wenn sie mir als junge Frau 3.000 D-Mark anbieten und dem jungen männlichen Kollegen 4.000 D-Mark.“

Der Gehaltsunterschied hat sie nachhaltig geprägt, zumal sie sich „wirklich noch bis heute“ ärgert, damals nicht selbst bei Pocher nach dem Verdienst gefragt zu haben. Es war der Beginn eines Bewusstseins für strukturelle Benachteiligung, das viele Jahre reifen musste.

Offene Fragen und Rückblick: Ullmanns Sicht auf Gerechtigkeit und neue Generationen

Janin Ullmann hat inzwischen ihre Erfahrungen genutzt, um andere Frauen zu ermutigen, offener über Geld und Arbeitsplatzbedingungen zu sprechen. Während Pocher offen über seine Verhandlungen berichtet – sein Management konnte laut eigenen Angaben den ersten Vorschlag von 4.000 auf 5.000 D-Mark anheben – fehlte Ullmann diese Unterstützung zu Beginn komplett. „Ich war da total grün hinter den Ohren“, erzählt sie über ihre Unwissenheit rund um Vertragsdetails und Verhandlungsstrategien.

Die Diskussion um ihren Lohn bei Viva ist längst nicht mehr nur eine private Erinnerung, sondern steht stellvertretend für viele, die sich heute nach mehr Transparenz und Fairness sehnen. Ihre Geschichte, nun auch im Rahmen ihres Buches aufgearbeitet, gibt dem Thema neue Relevanz. Ullmann kämpft weiter für Gleichheit – nicht zuletzt, weil sie weiß, wie entscheidend der erste Schritt ins Berufsleben für spätere Erfolge und Selbstbewusstsein ist. Wer heute startet, hat Möglichkeiten: Die Frage ist nur – nutzen junge Talente das Wissen über ihre Verhandlungsposition wirklich?

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Verwendete Quelle:

Janin Ullmann ärgert sich über das Viva-Gehalt – weniger Geld als Pocher