Dinkçi-Freundin an Krebs erkrankt: „Sie wollte zum Spiel kommen, aber ich habe es verboten“ © @eren_dinkci
Veröffentlicht am 20/04/2026 um 10:15 von der Redaktion

Dinkçi-Freundin an Krebs erkrankt: „Sie wollte zum Spiel kommen, aber ich habe es verboten“

Solidarität und Fußball vereinen sich selten so spürbar wie beim jüngsten Spiel des SC Freiburg gegen Heidenheim. Hinter dem 2:1-Sieg steht eine besondere Geschichte, die Tausende bewegt hat.

Ein Fußballspiel – und doch geht es um viel mehr als nur drei Punkte. Im Freiburger Stadion war die Spannung nicht nur dem Kampf um europäische Plätze geschuldet. Das Schicksal von Eren Dinkçi rückte plötzlich in den Fokus: Der bei Heidenheim spielende Stürmer, eigentlich eine Leihgabe des SC Freiburg, musste zum ersten Mal öffentlich mitteilen, was ihn und seine Partnerin Cinja umtreibt. Die Diagnose: Leukämie. Während Dinkçi selbst angeschlagen nicht auf dem Rasen stand, füllte sich das Umfeld des Stadions mit einer Welle der Solidarität für Cinja und alle Betroffenen.

Freiburg gewinnt – doch Solidarität steht im Mittelpunkt

Für viele Fans und Beteiligte begann der Fußballnachmittag mit einer ungewöhnlichen Bitte: Dinkçi rief zur Teilnahme an einer Typisierungsaktion für Stammzellenspender auf. Die beeindruckende Zahl von „über 1000 Registrierungen schon vor dem Spieltag“ machte Mut, das Ziel zu übertreffen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden nicht nur von engagierten Helferinnen und Helfern empfangen, sondern auch von Bannern beider Fanlager, die gemeinsam die Suche nach neuen Spendern unterstützten.

„Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind beide relativ positiv. Es muss einfach so weiter gehen. Sie ist zu Hause. Eigentlich wollte sie unbedingt zum Spiel kommen, aber ich habe es ihr verboten, weil es einfach zu riskant ist“, erklärte Dinkçi im Interview mit DAZN.

Das Publikum war gefordert – und Freiburgs Fans zeigten eindrucksvoll, wie viel Wirkung solche Aktionen entfalten können.

Auf dem Rasen: Freiburg mit spätem Sieg und Europafantasien

Auch sportlich erlebten die Zuschauer einiges. Zunächst brachte ein abgefälschter Schuss von Johan Manzambi, den Heidenheim-Kapitän Mainka im eigenen Netz unterbrachte, die Hausherren in Führung (24. Minute). Nach der Pause meldete sich Heidenheim zurück: Budu Zivzivadze glich mit einem schönen Drehschuss aus (59.), ehe Maximilian Eggestein in der 83. Minute zum umjubelten Sieg für Freiburg traf. Für Heidenheim war es bereits der 65. Gegentreffer der Saison.

Die sportlichen Ambitionen des SC Freiburg laufen währenddessen auf Hochtouren: Nach dem erneuten Sprung auf Rang sieben steht das Team von Julian Schuster nicht nur in der Liga gut da. In der Europa League wartet mit Sporting Braga ein echtes Highlight – das Halbfinale beginnt am 30. April und endet mit dem Rückspiel am 7. Mai. Schon am 23. April steht im DFB-Pokal gegen Stuttgart das nächste K.o.-Spiel an. Eren Dinkçi blickt trotz allem mit Hoffnung nach vorn:

„Am Anfang war es relativ schwer, das erstmal zu realisieren. Ich versuche, jede freie Sekunde mit ihr zu verbringen – nach dem Training per Videoanruf oder einfach an freien Tagen zu ihr zu fahren. Die Reaktionen waren wirklich gut, wir haben über 1000 Registrierungen schon vor dem Spieltag und wir hoffen, das noch mehr dazu kommen, für alle die es brauchen.“

Mehr als Sport: Gemeinschaft, Mut und eine Botschaft

Zwischen Ergebnisjubel und Europa-League-Träumen offenbart sich in Freiburg ein anderer Wert des Sports: Gemeinschaft in schweren Zeiten. Die Typisierungsaktion und Dinkçis offene Worte zeigen, welche Kraft gelebte Solidarität im Stadion-Alltag entwickeln kann. In einer Saison voller Premieren – erstmals steht Freiburg im Halbfinale eines Europapokals – ist der Zusammenhalt auf und neben dem Platz ein noch größeres Signal.

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Verwendete Quelle:

SC Freiburg schlägt Heidenheim: Solidarität für Dinkçis Freundin