München dreht den Wasserhahn zu - Kommt jetzt die Wasserpolizei?
In München wird das Leben am Wasserhahn plötzlich sehr streng: Neue Vorschriften machen das private Planschen teuer. Entwickelt sich München gerade zur Hauptstadt der Wasserregeln?
Hitzewellen gehören in München mittlerweile fast zum Sommer wie das Eis am Stachus. Doch diesmal ist alles anders: Die Stadt dreht den Wasserhahn richtig zu. Seit kurzem gilt eine sogenannte „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“, erlassen durch den grünen Oberbürgermeister Dominik Krause, der mit seinen 35 Jahren schon einiges an Klimastress in der Stadt erlebt hat. Die Appelle zum Wassersparen, die Krause schon mehrfach ausgesprochen hat, sind nun durch klare Verbote ersetzt worden. Bereits Anfang Juli wandte er sich in einem Instagram-Video an die Bürger und warnte vor den Folgen der anhaltenden Hitzewelle. Er sagte:
„Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber die Hitzewelle macht sich bei der Wasserversorgung bemerkbar.“
Strenge Regeln und saftige Bußgelder: Was genau ist jetzt verboten?
Die neue Verfügung listet sieben ganz konkrete Verbote auf. Für viele Münchner bedeutet das: Pool bleibt leer, Gartenschlauch bleibt trocken und das Auto sollte man sowieso nicht zu Hause waschen – zumindest nicht mehr mit Leitungswasser. Schon das Auffüllen von aufblasbaren Planschbecken? VERBOTEN! Den Garten zwischen 9 und 19 Uhr bewässern? VERBOTEN! Eigene Karre schrubben? Auch VERBOTEN! Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen, die bis zu 50.000 Euro kosten können. Die Stadt meint es also richtig ernst, während der tägliche Verbrauch auf ganze 360 Millionen Liter Wasser geklettert ist – satte 60 Millionen mehr als im normalen Alltag mit 300 Millionen Litern.
Münchner Alltag: Kommt jetzt die „Wasserpolizei“?
Viele stellen sich jetzt die Frage: Wer kontrolliert das alles? Die Verunsicherung ist jedenfalls da. In der Stadt wird gemunkelt, ob künftig neben dem Ordnungsamt auch eine eigene „Wasserpolizei“ unterwegs ist oder Nachbarn per Online-Portal Verstöße melden dürfen. Noch ist die Situation nicht so dramatisch wie in manchen anderen Weltstädten während großer Dürren, aber die Tendenz zum Wasser-Sheriff ist bei den aktuellen Temperaturen plötzlich spürbar geworden. Selbst im Stadtrat sorgt die Diskussion um die Überwachung der Vorschriften für Unsicherheit. Sicher ist: Mit dem neuen Regelwerk will München auf Engpässe im Hochsommer schneller reagieren – notfalls auch mit Konsequenzen aus der Rubrik „Teuer, aber lehrreich“ für alle, die die Vorgaben ignorieren.
Was genau hinter der Idee einer Wasserpolizei steckt, ist noch unklar. Es kursieren Gerüchte über spezielle Einsatzkräfte, die etwa die Einhaltung der Gießzeiten kontrollieren könnten. Auch digitale Meldesysteme, bei denen Nachbarn Verstöße anonym anzeigen, stehen im Raum. Die Stadt will wohl nicht nur Appelle, sondern tatsächlich spürbare Maßnahmen, um der steigenden Wasserknappheit Herr zu werden. Das zeigt sich auch daran, wie drastisch die Bußgelder ausfallen können. Bis zu 50.000 Euro Strafe sind für manchen deutlich mehr als eine reine „Erinnerung“.
Auch die Zahlen verdeutlichen, wie knapp die Lage bereits ist: Statt der üblichen 300 Millionen Liter Wasser pro Tag fließen aktuell rund 360 Millionen Liter. Die Hitzewelle hat den Verbrauch angekurbelt, durch höheres Schwitzen, mehr Durst und nicht zuletzt Freibäder und private Pools, die noch nicht verboten waren. Dass daraus jetzt strikte Regeln geworden sind, kommt für manchen überraschend, andere sehen es als längst überfällig. Dass es zudem um den Schutz der städtischen Wasserversorgung geht, ist eine neue Dimension: Wasser ist für München keine Selbstverständlichkeit mehr.
Auch Interessant:
Altmaier warnt bei Lanz: „Ich vergleiche AfD nicht mit NSDAP, aber …“
So stark profitiert Dresden von der Kaisermania: "Damals war alles noch kleiner und einfacher"
Wagenknecht schreibt Brief an AfD – Angebot an Weidel
Verwendete Quelle:
München dreht den Wasserhahn zu - Kommt jetzt die Wasserpolizei?