„Er wird gleich bei mir sein“ – Merz kündigt überraschenden Selenskyj-Besuch
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am 3. November 2026 unerwartet in Berlin aufgetaucht. Was steckt hinter dem kurzfristigen Besuch – geht es diesmal um weitere Millionen für Kiew?
Mitten im anhaltenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine sorgt ein nicht angekündigter Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für Aufsehen in Berlin. Ohne Vorankündigung landete Selenskyj am Morgen des 3. November 2026 in der deutschen Hauptstadt, begleitet von strengsten Sicherheitsmaßnahmen. In der Stadt herrschte spürbare Unruhe – Straßen wurden gesperrt, rund 3 400 zusätzliche Polizisten patrouillierten, unterstützt durch Einsatzkräfte aus ganz Deutschland.
Grund für diese Überraschung? Gesprächsbedarf mit der deutschen Regierung – während wenige Stunden später die Berlin Security Conference mit internationalen Gästen und Schwerpunkt auf die Ukraine-Krise startete. „Er wird gleich über Mittag wieder bei mir sein“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Rede vor der IHK Berlin und bestätigte damit das enge politische Programm Selenskyjs.
Worum geht’s bei Selenskyjs Berlin-Besuch?
Selenskyjs Reise nach Berlin kommt keineswegs zufällig: Die Gespräche fallen mit einer neuen, heiklen Verhandlungsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA zusammen, die am 10. und 11. November 2026 in Abu Dhabi stattfinden soll. Laut dem US-Sondergesandten Steve Witkoff stehen dort folgende Punkte auf der Agenda: „Die Gespräche werden sich um Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Hilfsmaßnahmen und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Frieden drehen.“
Auch finanzielle Hilfe spielte offenbar eine Rolle: Medien wie Politico berichteten vorab, Deutschland bereite ein Winter-Hilfspaket über insgesamt 200 Millionen Euro für die Ukraine vor. Jeweils 100 Millionen davon sollen aus dem Etat des Auswärtigen Amtes und 100 Millionen aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums kommen. Mit dem Geld will Berlin ukrainische Strominfrastruktur und weitere zivile Netze schützen, die immer wieder Ziel russischer Angriffe werden.
Politik und Sicherheit auf Hochtouren – der Berliner Ausnahmezustand
Die Kombination aus Spitzenbesuch und Sicherheitskonferenz katapultierte Berlin an diesem Tag ins Zentrum der internationalen Politik. Die Berliner Sicherheitskräfte führten umfangreiche Maßnahmen durch: Zufahrtswege gesperrt, Verkehrschaos programmiert. Zeitgleich sollte am Morgen der litauische Präsident Gitanas Nausėda zur Eröffnung der Berlin Security Conference sprechen. Ein „Sondergast“ – dessen Identität nicht bestätigt wurde – war für 10 Uhr eingeplant.
Währenddessen bereiten die Gruppen der Union und SPD laut Politico einen Antrag auf „überplanmäßige Ausgaben“ im Bundestag vor, um die Hilfsgelder schnell zu bewilligen. Der Haushaltsausschuss soll bereits in der Woche nach Selenskyjs Besuch grünes Licht geben – denn für viele in Berlin und Kiew zählt nun jeder Tag, um Infrastruktur gegen Kälte und weitere Angriffe zu sichern.
Weitere internationale Gespräche – der Blick nach Abu Dhabi und Brüssel
Die Zeichen stehen auf Dialog, auch wenn der Weg zum Frieden steinig bleibt. Neben dem geplanten Dreier-Treffen in Abu Dhabi führen amerikanische Sondergesandte diese Woche in Brüssel bereits Vorgespräche mit Delegierten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der NATO und der EU. Im Mittelpunkt: Sicherheitsgarantien für die Ukraine, neue Strukturen für die Zeit nach dem Krieg und der Wiederaufbau im zerstörten Land.
Wie es weitergeht, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie handfest die Beschlüsse aus den Berliner Gesprächen und internationalen Konferenzen ausfallen. Eines ist spätestens nach Selenskyjs Blitzbesuch klar: „Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Frieden“ beschäftigen Berlin – und darüber hinaus – intensiver als je zuvor.
Verwendete Quelle:
Merz kündigt Selenskyj-Besuch in Berlin an - WELT
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